Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Über  Farbenveränderungen.

479

haben.  Die  Chemiker  nehmen  an,  dass  3S0 2  und  2Zn  sich  in  ZnO,
SO-i  und  ZnO  ,  S 2  0 2  umsetzen,  wornach  somit  S 2  0 2  und  deren
Salzen  besagtes  Entbläuungsvermögen  zukäme,  da  die  schwefelige
Säure  und  deren  Salze  es  auch  nicht  entfernt  in  diesem  Grade
besitzen.
Allein  die  untersehwcfeligsauren  Salze,  welche  man  bei  der  Behandlung ­
  der  in  Wasser  gelösten  Sulfite  mit  Schwefel,  der  gelösten
alkalischen  Schwefelmetalle  mit  schwefeliger  Säure  oder  mit  atmosphärischer ­
  Luft  erhält,  entbläuen  weder  die  Indigolösung,  noch  zeigen ­
  sie  die  anderen  weiter  oben  angeführten  Reactionen  unserer
Zinksalzlösung.  So  z.  B.  entwickeln  sie  in  Berührung  mit  Luft  keine
schwefelige  Säure,  fällen  sie  aus  Brechweinsteinlösung  keinen  Kermes
u.  s.  w.  Aus  diesen  wesentlichen  Unterschieden  erhellt  daher  mit  Gewissheit ­
  ,  dass  das  bei  der  Einwirkung  der  wässerigen  schwefeligen
Säure  auf  Zink  u.  s.  w.  entstehende  indigoentbläuende  Salz  von  dem
gewöhnlichen  untersehwefeligsauren  Salze  verschieden  sei.
Ob  bei  der  Reaction  des  an  der  negativen  Elektrode  nascirenden
Wasserstoffes,  der  phosphorigen  Säure  oder  des  Zinkes  u.  s.  w.  auf
wässerige  schwefelige  Säure  eine  eigenthümliche  bis  jetzt  noch  nicht
gekannte  Oxydationsstufe  des  Schwefels  sich  bilde,  müssen  künftige
Untersuchungen  entscheiden.  Manche  der  angegebenen  Reactionen
geben  der  Vermuthung  Raum,  dass  die  fragliche  Säure  Schwefelwasserstoff ­
  enthalte.
Als  sicher  kann  jetzt  schon  gelten,  dass  die  in  Rede  stehende  Oxydationsstufe ­
  des  Schwefels  einen  sauren  Charakter  hat,  da  sie  sich  mit
Alkalien  und  anderen  Salzbasen  verbindet;  dass  sie  im  freien,  d.h.  in
Wasser  gelösten  Zustande  bestehen  kann  und  als  solche  gelbbraun  gefärbt ­
  aber  von  so  unbeständiger  Zusammensetzung  ist,  dass  sie  schon
in  der  Kälte  unter  Schwefelausscheidung  sich  zersetzt;  dass  sie  durch
Salzsäure,  Schwefelsäure,  Phosphorsäure,  ja  selbst  durch  schwefelige
Säure  aus  ihren  Verbindungen  mit  Salzhasen  abgetrennt  wird,  was
schon  aus  der  braungelben  Färbung  erhellt,  welche  die  genannten
Säuren  in  den  gelösten  Salzen  unserer  Säure,  z.  B.  in  dem  Zinksalze,
veranlassen;  dass  sie  sowohl  in  ihrem  freien  als  an  Salzbasen  gebundenen ­
  Zustande  die  Indigolösung  mit  ausserordentlicher  Energie  entbläut;
  dass  sie  mit  alkalischen  Salzbasen,  Zinkoxyd  und  Eisenoxydul
verbunden,  weder  in  der  Kälte  noch  in  der  Siedhitze  bei  ausgeschlossener ­
  Luft  sich  zersetzt;  dass  sie  und  ihre  Salze  leichter  als  irgend
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.