Über Farbenveränderungen.
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braungelben Flüssigkeit mit kohlensaurem Kali, Natron oder mit
Zinkoxyd erhält man eine farblose Lösung, die wie die freie Säure
selbst gegen die Indigolösung, Silbersolution u. s. w. sich verhält,
welche Eigenschaften aber in Berührung mit atmosphärischer Luft,
Sauerstoffgas, den erwähnten oxydirenden Agentien oder mit Schwefelwasserstoff
verloren gehen. Lässt man Zinkfeile (oder auch
Eisenfeile) mit wässeriger schwefeliger Säure unter Luftausschluss
so lange beisammen stehen bis die anfänglich eintretende Färbung
der Flüssigkeit verschwunden ist, so besitzt diese in einem ausgezeichneten
Grade das Vermögen Indigolösung zu entbläuen u. s. w.,
welche Eigenschaften nicht verloren gehen, wie lange man auch
die Flüssigkeit bei abgeschlossener Luft sich selbst überlassen
oder erhitzen mag; dieselben werden aber durch folgende Mittel
zerstört.
1. Durch gewöhnlichen Sauerstoff oder atmosphärische Luft.
Der durch dieses Mittel bewerkstelligte Verlust des Entbläuungsvermögens
u. s. w. ist von einer Erscheinung begleitet, welche nähere
Erwähnung verdient. Es ist nämlich eine auffallende Thatsache, dass
auch bei noch so langem Einwirken der wässerigen schwefeligen
Säure auf Zinkfeile nie eine Flüssigkeit erhalten wird, welche, an die
Luft gebracht, nicht immer noch stark nach jener Säure röche. Um
sicher zu sein, dass in der farblosen Lösung keine freie schwefelige
Säure mehr vorhanden sei, schüttele man sie unter Luftausschluss mit
Zinkoxyd zusammen. Da diese Basis mit wässeriger schwefeliger Säure
sofort zu einem geruchlosen Salze sich vereiniget, so kann unsere Flüssigkeit
keine schwefelige Säure mehr enthalten und sollte sie daher
nach ihrer Behandlung mit Zinkoxyd völlig geruchlos sein. Nichtsdestoweniger
entwickelt aber dieselbe, sobald sie in Berührung mit
atmosphärischer Luft oder Sauerstoffgas getreten ist, einen starken
Geruch nach schwefeliger Säure, welchen man am besten bemerkt beim
Einbringen einer kleinen Menge unserer Flüssigkeit in ein luft- oder
sauerstoffhaltiges Gefäss. Wird die mit schwefeliger Säure behaftete
Luft durch frische ersetzt und diese mit der Flüssigkeit zusammengeschüttelt,
so kommt nur schwefelige Säure zum Vorschein, nach
mehrmaliger Wiederholung der gleichen Operation gelangt man
jedoch dahin, dass die Lösung keine weitere schwefelige Säure mehr
durch atmosphärische Luft entwickeln lässt. Ist dieser Fall eingetreten,
so hat unsere Flüssigkeit ihr ausserordentliches Entbläuungs-31