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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Beiträge  zur  Naturgeschichte  der  Insecten.  4  t)
einiger  Zeit  (gewöhnlich  um  Mittag,  bleiben  längstens  eine  halbe
Stunde  in  copula,  der  Mann  auf  dem  Weibe  sitzend).—Das  befruchtete ­
  Weibchen  legt  nach  zwei  bis  drei  Tagen  die  Eier  einzeln  in
die  Oberseite  der  Blätter,  indem  sie  in  die  obere  Epidermis  ein
Loch  nagt,  und  dann  mit  der  yorgestreckten  häutigen  Legeröhre
ein  Ei  in  dasselbe  schiebet.
Nach  zehn  bis  zwölf  Tagen,  während  inzwischen  die  kleine
Öffnung  vernarbt  ist,  entwickelt  sich  die  Larve,  und  nährt  sich
vom  Blattsafte,  indem  sie  das  Blatt  an  derselben  Stelle  minirt,  wo
ihre  drei  Häutungen,  jede  zwischen  acht  bis  zehn  Tagen,  so  wie
auch  die  Verpuppung  vor  sich  gehen;  durch  dieses  Miniren  vertrocknet ­
  die  obere  und  untere  Blatthaut,  und  beide  werden  schwarz,
so  dass  man  schon  von  Ferne  erkennen  kann,  in  welchem  Blatte  eine
Larve  lebt.  Selten  finden  sich  zwei  Larven  in  einem  Blatte,  welche
dann  stets  von  zwei  verschiedenen  Weibchen  sind,  denn  diese
kleinen  Larven  sind,  besonders  bei  trockner  warmer  Witterung  sehr
gefrässig,  so  dass  nicht  selten  eine  Larve  ein  ganzes  Blatt  minirt.
Zehn  bis  zwölf  Tage  nach  der  Verpuppung  kommt  der  Käfer
zum  Vorschein,  so  dass  anfangs  Juli  die  zweite  Geschlechtsfolge,
von  welcher  die  Käfer  überwintern,  beginnt,  wo  wie  natürlich  ihre
Anzahl  sich  bedeutend  vermehrt,  und  wenn  auch  nicht  Schaden,
doch  oft  Ubelstand  an  den  Bäumen,  durch  die  vielen  schwarzen
Blätter  verursacht.
Beschreibung'.
Das  Ei  ist  fast  kugelförmig,  häutig,  glatt,  blassgrünlich.
Die  Larve  platt  gedrückt,  gestreckt,  mit  gelbbraunem,  hornigem, ­
  halb  in  den  Vorderbrustabschnitt  eingezogenen  Kopf,  die  zwölf
fusslosen  Leibesabschnitte  stark  geschnürt,  ist  blassgelblich,  mit
blassgrauen,  querlänglichen  Rückenflecken;  wird  vollkommen  ausgewachsen ­
  1  %,  selten  zwei  Linien  lang,  fast  y o  so  breit  als  lang,
s,  Der  gelbbraune  hornige  Kopf  ist  fast  kreisrund,  aber  am  Hin-1)
  terrande  oben  beinahe  bis  zur  Hälfte,  unten  bis  auf  2 / s  tief  und  rund
,1s  ausgeschnitten,  so  dass  oben  die  hintere  Spitze  des  gleichseitig
dreieckigen  Scheitels,  und  unten  der  Hinterrand  des  Kinns  bis  an
in)  den  Rand  des  Ausschnittes  reichen;  die  beiden  Ränder  der  Aus-•n,
  schnitte  sind  mit  verdickt  hornigen,  abgerundet,  schmalen  Leisten
ch  umsäumt,  der  fast  gespitzte  Hinterrand  der  Zwischentheile  der  bei-
            
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