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Über Farbenveränderungen. 471
demjenigen ähnlich wird, in welchem sich der Sauerstoff des Eisenoxydules
befindet.
Aus den angegebenen Thatsachen folgt auch, dass eine Eisenoxydsalzlösung
bei einem gewissen Kältegrad, falls sie dabei noch
flüssig sein könnte, durch Gallussäure nicht mehr gebläut und gegen
diese Säure wie ein gelöstes Eisenoxydalsalz sich verhalten würde,
geradeso, wie dieselbe Eisenoxydsalzlösung, mit einer gewissen Menge
Schwefelsäure u. s. w. versetzt, durch Gallussäure eben so wenig
als eine Eisenoxydulsalzlösung gebläut wird.
II. Über die Veränderlichkeit der Farbe der Eisenoxydulsalze.
Das Eisenoxydulhydrat, die Salze dieser Basis oder deren
Lösungen üben einen nur schwach verändernden Einfluss auf das
weisse Licht aus, denn sie sind entweder gar nicht oder nur schwach
gefärbte schwefelige Säure. Gallus- und Gerbestoffsäure, wie auch die
Wärme bringen keine merkliche Farbenveränderung in den genannten
Substanzen hervor, und wohlbekannt ist es, dass der im Eisenoxydul
enthaltene Sauerstoff in hohem Grade chemisch unthätigsich verhält.
Zu den ausgezeichnetsten Sauerstoff-Erregern gehört sicherlich das
Stickoxyd, welches, wie jeder Chemiker weiss, das gewöhnliche
Sauerstoffgas in den chemisch erregten Zustand überführt und damit
zu einer tiefgefärbten Substanz sich vergesellschaftet.
Ich habe an einem anderen Orte wahrscheinlich zu machen gesucht,
dass der Sauerstoff des Eisenoxydules in demselben Zustande
sich befindet, in welchem der gewöhnliche freie Sauerstoff existirt
und damit auch den ausgezeichneten Grad von Paramagnetismus, den
das Eisenoxydul und selbst dessen Salze noch zeigen, in Verbindung
zu bringen getrachtet. Da das Stickoxyd den gewöhnlichen freien
Sauerstoff erregt und mit ihm eine stark lichtauslöscliende Materie
bildet, so muss es auch als möglich erscheinen, dass derselbe einen
ähnlichen Einfluss auf den im Eisenoxydul vorhandenen Sauerstoff
ausübe und hiervon die Färbung abhänge, welche das Stickoxyd in
den Eisenoxydulsalzlösungen veranlasst.
Eine verdünnte, durch Stickoxyd beinahe bis zur Undurchsichtigkeit
tiefgefärbte Eisenoxydulsalzlösung in ein Kältgemisch gestellt,
erstarrt rasch zu einem dunkelbraunen Eise, welches, bis auf 50—60°
unter Null abgekühlt, beinahe farblos erscheint. Kaum ist nöthig zu
bemerken, dass bei eintretender Temperaturerhöhung auch die Farbe
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