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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Schoenbein.

In  der  That  ist  das  Eisenoxyd  bei  300°  über  Null  nahezu
schwarz,  bei  30°  unter  Null  hellroth,  und  bei  einer  noch  niedrigeren
Temperatur  ohne  Zweifel  völlig  weiss.
Die  chemische  Vergesellschaftung  des  Eisenoxydes  mit  starken
Mineralsäuren  wirkt  auf  dasselbe  ähnlich  der  Kälte  ein,  nämlich  entfärbend, ­
  so  dass  z.  B.  das  sogenannte  neutrale  schwefelsaure  Eisenoxyd
—Fe z  0 3 ,  3SO s  bei  gewöhnlicher  Temperatur  weiss  erscheint.
Wohlbekannt  ist  auch  die  Thatsache,  dass  gefärbte  Eisenoxydsalzlösungen ­
  durch  Zusatz  stärkerer  Säuren:  Schwefelsäure,  Phosphorsäure, ­
  Salzsäure  u.  s.  w.,  gerade  so  wie  durch  Abkühlung  heller
werden.
Sehr  unähnlich  diesen  Säuren  verhält  sich  die  sehwefelige
Säure,  welche,  selbst  im  grössten  Überschuss  angewendet,  mit  Eisenoxydhydrat ­
  anfänglich  eine  tiefrothe  Flüssigkeit  bildet  und  die  selbst
bis  zur  Farblosigkeit  verdünnten  Eisenoxydsalzlösungen  dunkelroth
färbt,  während  geringe  Mengen  von  Schwefelsäure,  Phosphorsäure
u.  s.  w.  diese  Färbung  wieder  aufheben.
Sind,  wie  ich  annehme,  besagte  Färbungen  und  Entfärbungen
von  der  Zu-  oder  Abnahme  der  chemischen  Erregtheit  des  dritten  im
Eisenoxyd  enthaltenen  Sauerstoff-Äquivalentes  bedingt,  so  müssen  auch
die  oxydirenden  Wirkungen  besagter  Lösungen  um  so  stärker  ausfallen,
  je  tiefer  deren  Färbung  ist,  gleichgültig  ob  diese  durch  Erwärmung ­
  oder  durch  sehwefelige  Säure  verursacht  sei.
Folgende  Thatsachen  lassen  wohl  über  die  Richtigkeit  dieser
Vermuthung  keinen  Zweifel  übrig.
Die  Lösung  eines  Eisenoxydsalzes,  z.  B.  des  salpetersauren  oder
salzsauren,  so  stark  mit  Wasser  verdünnt,  dass  sie  bei  gewöhnlicher
Temperatur  farblos  erscheint,  färbt  sich  beim  Erwärmen  gelb.  Während ­
  die  kalt  und  farblose  Eisenoxydsalzlösung  zugetröpfelt  Indigotinctur
  sehr  langsam  zerstört,  thut  dies  die  erwärmte  und  gelb
gewordene  verhältnissmässig  rasch.
Fügt  man  zu  der  kalten  farblosen  Eisenoxydsalzlösung  einige
Tropfen  schwefeliger  Säure,  so  färbt  sich  jene  so,  als  ob  sie  erwärmt
worden  wäre,  erlangt  aber  auch  zu  gleicher  Zeit  das  Vermögen  zugefügte ­
  Indigotinctur  eben  so  rasch  zu  zerstören,  als  dies  die  von
schwefeliger  Säure  freie  aber  erwärmte  Eisensalzlösung  zu  thun  vermag.
Um  diesen  von  der  schwefeligen  Säure  ausgeübten  Einfluss  in
auffallendster  Weise  zu  zeigen,  färbe  man  eine  Portion  der  verdünnten
            
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