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Schoenbein.
In der That ist das Eisenoxyd bei 300° über Null nahezu
schwarz, bei 30° unter Null hellroth, und bei einer noch niedrigeren
Temperatur ohne Zweifel völlig weiss.
Die chemische Vergesellschaftung des Eisenoxydes mit starken
Mineralsäuren wirkt auf dasselbe ähnlich der Kälte ein, nämlich entfärbend,
so dass z. B. das sogenannte neutrale schwefelsaure Eisenoxyd
—Fe z 0 3 , 3SO s bei gewöhnlicher Temperatur weiss erscheint.
Wohlbekannt ist auch die Thatsache, dass gefärbte Eisenoxydsalzlösungen
durch Zusatz stärkerer Säuren: Schwefelsäure, Phosphorsäure,
Salzsäure u. s. w., gerade so wie durch Abkühlung heller
werden.
Sehr unähnlich diesen Säuren verhält sich die sehwefelige
Säure, welche, selbst im grössten Überschuss angewendet, mit Eisenoxydhydrat
anfänglich eine tiefrothe Flüssigkeit bildet und die selbst
bis zur Farblosigkeit verdünnten Eisenoxydsalzlösungen dunkelroth
färbt, während geringe Mengen von Schwefelsäure, Phosphorsäure
u. s. w. diese Färbung wieder aufheben.
Sind, wie ich annehme, besagte Färbungen und Entfärbungen
von der Zu- oder Abnahme der chemischen Erregtheit des dritten im
Eisenoxyd enthaltenen Sauerstoff-Äquivalentes bedingt, so müssen auch
die oxydirenden Wirkungen besagter Lösungen um so stärker ausfallen,
je tiefer deren Färbung ist, gleichgültig ob diese durch Erwärmung
oder durch sehwefelige Säure verursacht sei.
Folgende Thatsachen lassen wohl über die Richtigkeit dieser
Vermuthung keinen Zweifel übrig.
Die Lösung eines Eisenoxydsalzes, z. B. des salpetersauren oder
salzsauren, so stark mit Wasser verdünnt, dass sie bei gewöhnlicher
Temperatur farblos erscheint, färbt sich beim Erwärmen gelb. Während
die kalt und farblose Eisenoxydsalzlösung zugetröpfelt Indigotinctur
sehr langsam zerstört, thut dies die erwärmte und gelb
gewordene verhältnissmässig rasch.
Fügt man zu der kalten farblosen Eisenoxydsalzlösung einige
Tropfen schwefeliger Säure, so färbt sich jene so, als ob sie erwärmt
worden wäre, erlangt aber auch zu gleicher Zeit das Vermögen zugefügte
Indigotinctur eben so rasch zu zerstören, als dies die von
schwefeliger Säure freie aber erwärmte Eisensalzlösung zu thun vermag.
Um diesen von der schwefeligen Säure ausgeübten Einfluss in
auffallendster Weise zu zeigen, färbe man eine Portion der verdünnten