Über Favbenveränderungen.
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Dieses häufige Zusammengehen farblicher und chemischer Veränderungen
der Körper gibt der Vermuthung Raum, dass jeder Farbenwechsel
eines Stoffes auch irgend eine Veränderung seiner chemischen
Beschaffenheit anzeige.
Von dieser Vermuthung ausgehend, habe ich mich schon seit
geraumer Zeit mit Untersuchungen beschäftiget in der Absicht, einige
thatsächliche Anhaltspunkte zu gewinnen für die Beantwortung der
Frage, in welcher Weise Farbe und chemische Beschaffenheit eines
Körpers Zusammenhängen.
Weit entfernt zu glauben, dass die aus meinen Untersuchungen
hervorgegangenen Ergebnisse zum erstrebten Ziele geführt haben,
bin ich doch der Meinung, dass sie einige Beachtung verdienen von
Seite derer, welche sich für physikalisch-chemische Gegenstände
interessiren. Eine Arbeit dieser Art habe ich im vorigen Jahre veröffentlicht
und als Fortsetzung derselben sind nachstehende Mittheilungen
zu betrachten.
I. Über die Veränderlichkeit der Farbe der Eisenoxydsalze.
Ich habe in der oben erwähnten Arbeit mich bemüht darzuthun,
dass der Sauerstoff um so mehr Licht auslösche, je chemisch erregter
derselbe sei, und diese Annahme aus der allgemeinen Thatsache
abzuleiten versucht, dass so viele Sauerstoffverbindungen gefärbt sind
und deren Färbung mit steigender Temperatur zu- mit der Erkältung
abnimmt.
Unter diesen Verbindungen bieten die Eisenoxydsalze ein ganz
eigenthümliches Interesse dar. Die Eigenschaft der Lösungen dieser
Salze, bei verschiedenen Temperaturen verschiedene Färbungen : in
der Wärme tiefere in der Kälte hellere zu zeigen, theilen sie mit den
festen Salzen und mit der isolirten Basis, wesshalb es keinem Zweifel
unterliegen kann, dass die nächste Ursache besagten Farbenwechsels
in dem Eisenoxyde liegt. Ein Drittel des Sauerstoffgehaltes dieser
Basis befindet sich im chemisch erregten Zustand, oder dieselbe ist
2Fe 0-\- 0. Dieses 0 des Fisenoxydes betrachte ich als die nächste
Ursache seiner starken Färbung, und da mit der Erhöhung der Temperatur
der Grad der chemischen Erregtheit dieses Sanerstoffes sich
steigert, mit der Erniedrigung der Temperatur sich vermindert, so
muss auch gemäss meiner Annahme im ersten Falle die Färbung des
Eisenoxydes dunkler, im letzten Falle heller werden.