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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

verschiedener  Arten  unter  den  asiatischen  Orang-Affen.

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Nagelglied  gemangelt  habe,  ebenso  gut  in  einer  blossen  Zufälligkeit
ihren  Grund  finden  können.  Durch  den  eigentümlichen  Gang  der
Orangs  auf  geballter  Faust,  wird  die  Abnützung  des  ohnehin  sehr
kleinen  Nagels  leicht  erklärlich.
Müssten  aber  auch  diese  beiden  Fälle  in  den  Bereich  der
Missbildungen  gezählet  werden,  so  liefern  sie  noch  immer  keinen
Beweis  gegen  die  Annahme,  dass  das  constante  Vorkommen  der
Daumennägel  ein  specifischer  Charakter  sei.  Abnormitäten  treten  bei
sehr  vielen  Thieren  und  unter  den  verschiedensten  Merkmalen  auf,
ohne  desshalb  den  specifischen  Werth  derselben  zu  schmälern.
Aus  der  Zusammenstellung  aller  dieser  Beobachtungen  ergibt
sich:
1.  Dass  sich  sowohl  auf  Borneo,  wie  auf  Sumatra  Orang’s  finden,
bei  denen  der  Nagel  und  das  Nagelglied  an  den  Daumen  der  Hinterhände ­
  entweder  vorhanden  ist,  oder  fehlt;  und
2.  dass  unter  den  Orang’s  von  Borneo  ausser  dieser  Verschiedenheit, ­
  noch  ein  weiterer  Unterschied  in  der  Bildung  des  Gesichtsprolils
  imVereine  mit  anderweitigen  osteologischenSchädel-Differenzen
vorkomme,  welches  sich  entweder  als  ein  gerades,  oder  als  ein  ausgehöhltes ­
  darstellt.
Versucht  man  die  sieh  ergebenden  wesentlichen  Schädel-Differenzen ­
  mit  dem  Vorhandensein  oder  dem  Mangel  des  Nagels  und
Nagelgliedes  an  den  Daumen  der  Hinterhände  in  Einklang  zu  bringen,
so  stellt  sich  nach  dem  vorhandenen  Materiale  thatsächlich  heraus,
dass  es  auf  Borneo  2  und  ebenso  auch  auf  Sumatra  2  wesentlich  von
einander  verschiedene  Orang's  gebe,  von  denen  die  Borneo’schen
entweder
a)  ein  gerades  Gesichtsprofil  und  keine  Nägel,  oder
b)  ein  ausgehöhltes  Gesichtsprofil  und  Nägel  an  den  Hinterdaumen ­
  haben;
die  Sumatranischen  hingegen,  entweder
a )  ein  ausgehöhltes  Gesichtsprofil  und  keine  Nägel,  oder
b)  ein  ausgehöldtes  Gesichtsprofil  und  Nägel  an  den  Daumen  der
Hinterhände  besitzen.
Das  Materiale,  aus  welchem  man  diesen  Schluss  zu  ziehen
berechtiget  ist,  besteht  aus  folgenden,  ihrer  Abstammung  nach  genau
bekannten  Exemplaren,  und  zwar:
1-  Von  Borneo’scher  Abstammung:

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