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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

verschiedener  Arten  unter  den  asiatischen  Orang-Affen.

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Temminck’s  gehe  hervor,  dass  die  wildgeschossenen  Orang-Utan’s
keinen  Nagel  an  den  Hinterdaumen  haben,  während  jene,  welche  in
der  Gefangenschaft  starben,  denselben  besitzen.  Er  könne  diese
Voraussetzung  durch  eine  genügende  Anzahl  von  Beweisen  bestätigen,
welche  ihm  gültig  zu  sein  scheinen.  So  besitze  das  Orang-Utan-Weibchen
  des  Museums  der  zoologischen  Gesellschaft  zu  Amsterdam,
welches  lange  Zeit  in  der  Gefangenschaft  gelebt  hatte,  an  beiden
Hinterdaumen  einen  Nagel.  Das  Orang-Utan-Weibchen,  welches
sich  im  Museum  seines  Vaters  befindet,  habe  am  rechten  Hinterdaumen ­
  einen  zur  Hälfte  abgenützten  Nagel  und  am  linken  Hinterdaumen
  einen  viel  stärkeren  Nagel  sammt  dem  Nagelgliede.  Ein
neugeborner  Orang-Utan  endlich  besitze  das  Nagelglied  an  beiden
Hinterdaumen.  Alles  dieses  scheine  ihm  zu  bestätigen,  dass  ursprünglich ­
  der  Nagel  und  das  Nagelglied  vorhanden  seien,  diese
Theile  aber  durch  Reibung  abgenützt  werden  und  ganz  verschwinden;
obwohl  er  nicht  läugnen  wolle,  dass  dieser  Mangel  bisweilen  auch
angeboren  sein  könne.  Er  wisse  zwar  nicht,  auf  welchem  Grunde  die
von  Heusinger  ausgesprochene  Ansicht,  dass  der  Nagel  und  das
Nagelglied  in  einem  Sexual-Unlerschiede  liege,  beruhe;  glaube  aber,
(lass  das  angeführte  Beispiel  von  zwei  Orang-Utan-Weibchen,  bei
(lenen  der  Nagel  am  Hinterdaumen  vorhanden  ist,  genüge,  um  diese
Ansicht  zu  widerlegen.
Isidor  Geoffroy  *)  bemerkte  an  dem  jungen  Orang-Männchen
  aus  Sumatra,  auf  welches  Temminck  seinen  Orang  roux
und  er  seinen  Pithecus  bicolor  gegründet  hatte,  Nägel  an  den
Daumen  der  Hinterhände.
Von  den  beiden  jungen,  im  k.  k.  zoologischen  Cabinete  zu  Wien
eingestellten  Orang-Männchen  aus  Borneo,  besitzt  das  kleinere
Stuss  hohe  Exemplar  keine  Nägel  an  den  Hinterdaumen  und  das
Nagelglied  mangelt  an  dem  eben  daselbst  aufbewahrten  Skelete
desselben;  dagegen  sind  bei  dem  grösseren  3  Fuss  2  Zoll  hohen
Exemplare,  deutliche  Nägel  an  den  Hinterdaumen  vorhanden.
Schon  Wiegmann  2 )  meint,  dass  es  von  Wichtigkeit  wäre  zu
ermitteln,  ob  das  Fehlen  des  Daumennagels  an  den  Hinterhänden  sich
eis  ein  sexueller,  oder  als  ein  specifischer  Charakter  herausstelle.
)  Archives  du  Museum  d'histoire  naturelle.  T.  II,  p.  528.
)  Archiv  für  Naturgeschichte.  1837.  Bd.  2,  S.  149.
s ‘lzb.  (1.  mathem.-naturw.  CI.  XI.  Bd.  II.  Hft.

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