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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

verschiedener  Arten  unter  den  asiatischen  Orang-Affen.

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In  Bezug  auf  die  Ansicht  Owen’s,  dass  gewisse  Charaktere  des
Orang’s  bezeichnend  seien  für  Varietäten,  welche  bestimmte  Localitäten
  bewohnen,  könne  er  noch  bemerken,  dass  es  nach  den  verschiedenen, ­
  von  ihm  angeführten  Fällen  den  Anschein  habe,  dass  alle  so
charakterisirten  Individuen  aus  Borneo  erhalten  wurden;  obgleich
diese  Insel  auch  einige  geliefert  habe,  welche  die  Normal-Structur
besassen.  Denn  unter  23  oder  25  Individuen  dieser  Localität  befanden
sich  18  oder  20,  welche  keinen  Nagel  an  den  Hinter-Daumen  hatten.
Wenn  übrigens  irgend  Etwas  aus  den  vorhandenen  Thatsachen
abgeleitet  werden  könne,  so  sei  es  die  Wahrscheinlichkeit,  dass  zwei
Varietäten  des  Orang-Utan  auf  Borneo  Vorkommen;  eine  welche  die
Normal  -  Structur,  die  andere,  welche  die  abnorme  Structur  des
Hinter-Daumens  habe.
Sollte  sich  dies  als  eine  Thatsache  bestätigen,  so  würde  zu
bestimmen  erübrigen,  ob  diese  erstere  Borneo’sche  Varietät  nicht
mit  jener  von  Sumatra  identisch  sei  und  ob  die  in  dieser  Weise
charakterisirten  Varietäten  nicht  auch  durch  einige  Eigenthümlichkeiten
  des  Schädels  zu  unterscheiden  seien,  wie  solche  Owen  bei
Vergleichung  zweier  verschiedener  Schädel  des  Pongo  oder  alten
Orang-Utan  von  Borneo  entdeckt  habe.
Müller  !)  berichtet,  dass  der  junge  Orang-Utan  des  Berliner
zootomischen  Museums,  zwei  Phalangen  und  den  Nagel  an  den
Daumen  der  Hinterhände  habe,  die  zweite  Phalanx  aber  kaum  zu  verknöchern ­
  angefangen  habe.
Temminck 2 )  fand  an  sechs  wildgeschossenen  Individuen  verschiedenen ­
  Alters  des  Orang’s  von  Borneo  keine  Spur  eines  Nagels
an  den  Daumen  der  Hinterhände;  dagegen  sah  er  bei  einem  durch
mehrere  Jahre  in  der  Gefangenschaft  gehaltenen  Thiere  einen  vollkommenen ­
  Nagel  am  rechten  Hinterdaumen,  während  er  am  linken
fehlte  und  ebenso  bemerkte  er  an  zwei  im  Leydner-Museum  beiindliehen
  Skeleten,  welche  von  3  —  4  jährigen,  in  Menagerien  gehaltenen ­
  Thieren  herrühren,  vollständige  Nägel  an  den  Daumen  der
Hinterhände.
Auch  widerlegt  er  die  von  Swinton  ausgesprochene  Meinung,
dass  der  Mangel  des  Nagels  am  Hinterdaumen  des  Orang’s  von

*)  Archiv  für  Anatomie,  Physiologie  u.  s.  w.  Jahrgang  1836.  S.  XLIV
2 )  Monographics  de  Mammalogie,  T.  II,  p.  124.
            
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