verschiedener Arten unter den asiatischen Orang-Affen.
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In Bezug auf die Ansicht Owen’s, dass gewisse Charaktere des
Orang’s bezeichnend seien für Varietäten, welche bestimmte Localitäten
bewohnen, könne er noch bemerken, dass es nach den verschiedenen,
von ihm angeführten Fällen den Anschein habe, dass alle so
charakterisirten Individuen aus Borneo erhalten wurden; obgleich
diese Insel auch einige geliefert habe, welche die Normal-Structur
besassen. Denn unter 23 oder 25 Individuen dieser Localität befanden
sich 18 oder 20, welche keinen Nagel an den Hinter-Daumen hatten.
Wenn übrigens irgend Etwas aus den vorhandenen Thatsachen
abgeleitet werden könne, so sei es die Wahrscheinlichkeit, dass zwei
Varietäten des Orang-Utan auf Borneo Vorkommen; eine welche die
Normal - Structur, die andere, welche die abnorme Structur des
Hinter-Daumens habe.
Sollte sich dies als eine Thatsache bestätigen, so würde zu
bestimmen erübrigen, ob diese erstere Borneo’sche Varietät nicht
mit jener von Sumatra identisch sei und ob die in dieser Weise
charakterisirten Varietäten nicht auch durch einige Eigenthümlichkeiten
des Schädels zu unterscheiden seien, wie solche Owen bei
Vergleichung zweier verschiedener Schädel des Pongo oder alten
Orang-Utan von Borneo entdeckt habe.
Müller !) berichtet, dass der junge Orang-Utan des Berliner
zootomischen Museums, zwei Phalangen und den Nagel an den
Daumen der Hinterhände habe, die zweite Phalanx aber kaum zu verknöchern
angefangen habe.
Temminck 2 ) fand an sechs wildgeschossenen Individuen verschiedenen
Alters des Orang’s von Borneo keine Spur eines Nagels
an den Daumen der Hinterhände; dagegen sah er bei einem durch
mehrere Jahre in der Gefangenschaft gehaltenen Thiere einen vollkommenen
Nagel am rechten Hinterdaumen, während er am linken
fehlte und ebenso bemerkte er an zwei im Leydner-Museum beiindliehen
Skeleten, welche von 3 — 4 jährigen, in Menagerien gehaltenen
Thieren herrühren, vollständige Nägel an den Daumen der
Hinterhände.
Auch widerlegt er die von Swinton ausgesprochene Meinung,
dass der Mangel des Nagels am Hinterdaumen des Orang’s von
*) Archiv für Anatomie, Physiologie u. s. w. Jahrgang 1836. S. XLIV
2 ) Monographics de Mammalogie, T. II, p. 124.