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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Fitzingcr.  Untersuchungen  über  die  Existenz

B  r  a  y  1  e  y  hat  in  einer  besonderen  Abhandlung  „  On  the  frequent
deßciency  of  the  ungueal  Phalanx  in  the  Hallux  of  the  Orantj
Outang“  eine  sorgfältige  Zusammenstellung  der  von  den  verschiedenen ­
  Beobachtern  gemachten  Erfahrungen,  in  Bezug  auf  den  Mangel
des  Nagels  und  Nagelgliedes  an  den  Hinterdaumen  des  Orang’s  von
Borneo  und  Sumatra  geliefert  und  denselben  seine  eigenen  Beobachtungen ­
  beigefügt.
Er  sei  schon  im  Jahre  1828,  bei  Vergleichung  der  damals  vorhanden ­
  gewesenen  verschiedenen  Angaben  in  Ansehung  der  Abwesenheit ­
  oder  des  Vorhandenseins  des  Nagels  am  Hinterdaumen  der
Orang’s  zu  dem  Schlüsse  gelangt,  dass  dieser  Mangel  in  keinem
Zusammenhänge  mit  einer  Unterscheidung  der  Arten  unter  den  grossen
menschenähnlichen  Affen  stehe.
Ob  zwei  oder  mehrere  Arten  von  Simia  unter  den  Benennungen
Orang-Utan  und  Pongo  mit  einander  verwechselt  wurden,  oder  ob
die  Verschiedenheiten  in  den  Berichten  der  Naturforscher  aus  den
Untersuchungen  von  Individuen  verschiedenen  Alters  hervorgegangen
seien,  wäre  vorläufig  noch  zu  früh  zu  entscheiden.  Die  richtige  Folgerung ­
  aber,  die  wir  aus  den  vorhandenen  Thatsachen  machen  können, ­
  scheine  die  zu  sein,  dass  in  allen  Fällen  der  Mangel  des  Nagels
an  den  Hinterdaumen,  bei  dem  fraglichen  Thiere  oder  Thieren  eine
häufig  vorkommende  Fehlerhaftigkeit  sei,  unzusammenhängend  mit
irgend  einer  wichtigen  Verschiedenheit  im  äusseren  Charakter  oder
der  Organisation  und  folglich  auch  ohne  Zusammenhang  mit  specifischen
  Unterscheidungen.
Eine  wiederholte  Durchsicht  der  Betrachtungen  über  diesen
Gegenstand  bestimme  ihn  aber  dermalen,  seine  Ansicht,  welche
er  früher  behauptet  und  auch  ausgesprochen  habe,  zu  ändern.
Da  es  sich,  wenn  man  die  Angaben  von  Camper,  Owen  und
Dr.  J  e  f  fr  i  e  s  mit  den  von  ihm  eigenthümlich  untersuchten  in  Verbindung ­
  bringt,  herausstellt,  dass  unter  26  oder  28  Individuen  des
fraglichen  Thieres,  18  oder  20  keinen  Nagel  an  den  Hinterdaumen
hatten,  so  scheine  hierin  ein  Grund  zu  liegen,  dies  als  einen  Unterschied ­
  von  einigem  Belange  zu  betrachten,  obgleich  er  doch  keinen
specifischen  Charakter  auszumachen  scheine.

J )  London  and  Edinburgh,  Philosophical  Magazine.  Vol.  VII,  p.  72.
            
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