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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

verschiedener  Arten  unter  den  asiatischen  Orar.g-Affeii.

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wahrscheinlich  aus  Borneo  stammendes  Weibchen  erhalten  habe,
welches  nur  2%  Fuss  Höbe  und  erst  vier  Mahlzähne  in  jedem  Kiefer
hatte,  mithin  noch  ein  junges  Thier  sei  und  welches,  obgleich  es  von
demselben  Alter  wie  das  Männchen  zu  sein  scheint,  nicht  so  wie  dieses ­
  einen  Nagel  an  dem  Hinterdaumen  habe.  Da  dies  auch  bei  dem
jungen  Weibchen  der  Fall  ist,  welches  Lady  Amherst  nach  Calcutta
brachte,  und  Dr.  Montgomerie  ihn  benachrichtigte,  dass  dem
Orang-Utan-Weibchen,  welches  er  zu  Singapore  secirte  ebenfalls
der  Nagel  an  dem  Hinterdaumen  fehlte,  so  glaubt  er  seine  Meinung
bestätiget,  dass  dies  nur  eine  Geschlechts-,  und  nicht  eine  Art-Verschiedenheit ­
  sei.  Auch  fügt  er  bei,  dass  der  Hinterdaumen  des
Weibchens  das  Aussehen  habe,  als  ob  das  obere  Gelenk  abgeschnitten
worden  und  die  Haut  über  die  Wunde  zusammen  geheilt  wäre.
Owen  spricht  sich  in  seiner  Abhandlung  „On  the  Comparative
  Osteology  of  the  Orang  Utan  and  Chimpanzee“  *)  dabin
aus,  dass  die  von  Camper  zuerst  beobachteteEigenthümlichkeit  in
der  Bildung  des  Hinterdaumens  des  Orang’s,  nämlich  der  so  häufige
Mangel  des  Nagelgliedes  und  des  Nagels,  viel  an  Wichtigkeit  als  ein
specifischer  Charakter  durch  das  Factum  verliere,  dass  das  Individuum, ­
  welches  vor  einigen  Jahren  im  Museum  der  Zoological  Society ­
  zu  London  secirt  wurde,  sehr  vollkommene,  aber  kleine,
schwarze  Nägel  und  zwei  Phalangen  an  den  Hinterdaumen  batte  und
dass  dieselbe  Zahl  von  Phalangen  bei  dem  natürlichen  Skelete  von
Lord  Amber  st’s  Orang  im  Museum  des  College  of  Sur  ge  ons  vorhanden ­
  sei.
In  seiner  grösseren  Abhandlung  „On  the  Osteology  of  Chimpanzee ­
  and  Orang  Utan u  2 )  ist  dieselbe  Stelle  und  zwar  mit  dem
erläuternden  Zusatze  enthalten,  dass  die  beiden  genannten  Oranghulividuen
  ausser  dem  Matatarsal-Knochen  noch  zwei  Phalangen  an
den  Hinterdaumen  haben.
Zugleich  stellt  er  die  Behauptung  auf,  dass  der  Mangel  des  Nagels ­
  und  Nagelgliedes  am  Hinterdaumen  des  Orang’s  von  Borneo  vorzüglich ­
  häufig  beim  Weibchen  vorkomme 3 ).
und  daraus  in  Froriep’s  Notizen  aus  dem  Gebiete  der  Natur-  und  Heilkunde. ­
  Bd.  XXVIII,  Nr.  17,  S.  262.
)  London  and  Edinburgh,  Philosophical  Magazine.  Vol.  VI,  p.  467.
)  Transactions  of  the  Zoological  Society  of  London.  Vol.  I,  Part.  4,  p.  367.
5 )  L.  c.  p.  369.
            
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