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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Beiträge  zur  Naturgeschichte  der  Insecten.

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Naturgeschichte  der  Coleophora  vicinella.  Fisch.  R.
Die  Räupchen  der  zweiten  Geschlechtsfolge  dieses  noch  nirgends ­
  abgebildet  erschienenen  Schmetterlings  überwintern  nach  der
ersten  Häutung  in  sehr  schmalen,  mit  abgesonderten  äussern,
scheibenförmigen,  schwarzen  Seitenwänden  geschützten  Säckchen
unter  Gesträuchen  im  Laubwerk;  kommen  gegen  Ende  April  oder
anfangs  Mai  wieder  zum  Vorschein,  suchen  sich  ihre  Nahrungspflanzen, ­
  Astragalus-  und  Galega-Arten  auf,  in  deren  Blättern  sie
sich  an  der  Unterseite  einbeissen,  und  solche  stellenweise  miniren.
Sie  machen  nach  einigen  Tagen  in  diesen  Säckchen  die  zweite
Häutung,  verlassen  diese  dann  und  bilden  sich  neue,  welche  aber
mit  einer,  aus  zwei  grossen  aus  schaumartiger  Masse  gebildeten,
schüsselförmigen  Aussenhüllen  gedeckt  sind,  und  oben  eine  stets
offene,  runde,  und  unten  eine  zweilappige  scheinbar  geschlossene
Öffnung  haben.
In  diesen  neuen  Säckchen  machen  sie  sowohl  die  dritte  Häutung, ­
  als  auch  die  Verwandlung  zur  Puppe,  welche  beide  in  Zwischenräumen ­
  von  neun  bis  zwölf  Tagen  vor  sich  gehen,  jedoch  ist
zu  bemerken,  dass  sich  die  Raupe  einige  Tage  vor  der  Verwandlung
zur  Puppe  im  Säckchen  gänzlich  umkehrt,  so  dass  die  Puppe  mit
dem  Kopfe  zur  hinteren  zweilappigen  Öffnung  zu  liegen  kommt.
Zwölf  bis  vierzehn  Tage  nach  dieser  Verwandlung  entwickelt
sich  der  Schmetterling  um  die  Zeit  des  Sonnenaufganges,  und
bleibt  über  Tag  ruhig  im  Verborgenen,  kommt  aber  dann  Abends
ins  Freie  um  sich  auf  Blüthen  niederer  Pflanzen  zu  nähren.  Die
Begattung  selbst  geschieht  gewöhnlich  erst  einige  Tage  nach  der
Entwickelung  um  die  Zeit  des  Sonnenaufganges,  selten  des  Abends.
Zwei  bis  drei  Tage  nach  der  Befruchtung  (gegen  Mitte  bis
Ende  Juni),  legt  das  befruchtete  Weibchen  des  Abends  die  Eierchen ­
  einzeln  an  die  Mittelrippe  der  Unterseite  der  Blätter  der  vorbenannten ­
  Nahrungspflanzen,  jedoch  nicht  alle  an  einem  Abend,  sondern ­
  durch  drei  bis  vier  Tage,  an  verschiedenen  Stellen,  im  Ganzen
dreissig  bis  vierzig  Eier.
Nach  acht  bis  zehn  Tagen  entwickeln  sich  die  jungen  Räupchen
ebenfalls  nur  des  Morgens,  verzehren  vor  allem  anderen  die  dünne
Eierhülle,  bilden  sich  dann  ein  schmales  gerades  zartes  Säckchen,
und  nähren  sich  durch  zwei  bis  drei  Tage  von  dem  Stengel-  und
            
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