verschiedener Arten unter den asiatischen Orang-AITen. 435
kurze Schnauze, die grössere Stärke des Joclibogens und die höhere
Symphyse des Unterkiefers.
Die zweite Hauptform findet ihren Repräsentanten in dem Porigo
des Pariser'Museums. Ihre wichtigsten Merkmale sind, das stark ausgehöhlte
Gesichtsprofil, die mehr senkrechte Stellung der Augenhöhlen,
die niederere, längere Schnauze, die geringere Stärke des
Jochbogens und eine ebenso hohe Symphyse des Unterkiefers wie
bei Owen’s Simia Wurmbii oder der ersten Hauptform.
Die dritte Hauptform hat Owen’s Orang von Sumatra oder
Wagner’s Simia Crossii zum Repräsentanten.
Der wesentliche Unterschied dieser Form von der zweiten
Hauptform besteht einzig und allein nur in der niedereren Symphyse
des Unterkiefers, während sie in allen übrigen wichtigeren Merkmalen
mit dieser übereinkommt.
Zur ersten dieser drei Hauptformen gehört sowohl jener Schädel,
welchem Wagner die Rezeichnung Simia Hendrikzii beilegt,
als auch Owens Simia Morio.
Zur zweiten Hauptform aber der Camper’sche und der von
Wagner als Simia Straussii bezeichnete Schädel.
Der Umstand, dass bei Simia Straussii die Jochnath weit nach
vorne und nicht in der Mitte des Jochbogens liegt, kann nur als ein
individueller Unterschied betrachtet werden; da die Lage der Jochnath
bisweilen selbst bei einem und demselben Individuum auf den
beiden Jochbogen verschieden ist, wie ich dies selbst zu beobachten
Gelegenheit hatte.
Ebenso wenig kann die geringere Länge der Schnauze als ein
wesentliches Merkmal betrachtet werden und dürfte, was sehr wahrscheinlich
ist, nur auf sexuellem Unterschiede beruhen.
Zwei von den mir zu Gebote gestandenen Schädeln, welche ohne
Zweifel sehr alten, männlichen Thieren angehören, zeigen eine vollständige
Verschmelzung der Fronto-vertical-Gräthen und gehören
nach allen ihren Merkmalen offenbar zur zweiten Hauptform der asiatischen
Orang's, welche durch den Pongo des Pariser Museums repräsentirt
wird.
Bei den sieben übrigen Schädeln älterer Thiere, welche durchaus
schon alle Zähne gewechselt hatten, findet nicht nur keine Verschmelzung,
sondern auch selbst keine besondere Annäherung der
Fronto-vertical-Gräthen oder Linien Statt.