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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Fitzinger.  Untersuchungen  über  die  Existenz

genähert,  eiförmig,  und  ihr  Quer-Durchmesser  erscheine  viel  kleiner.
Die  Nasenknochen,  oder  vielmehr  wegen  ihrer  frühzeitigen  Verschmelzung, ­
  das  einzige  Nasenhein,  bilde  nur  eine  sehr  schmale  Zunge.
Bei  Pithecus  bicolor  hingegen,  seien  die  Augenhöhlen  statt
eiförmig,  deutlich  viereckig  und  kaum  etwas  länger  als  breit.  Das
Nasenbein  sei  aber  inittelmässig  breit.
Obwohl  das  Thier,  worauf  sich  seine  Untersuchungen  gründen,
noch  sehr  jung  war,  da  seine  Höhe,  wie  aus  der  mit  vieler  Sorgfalt
abgebalgten  Haut,  die  gegenwärtig  in  der  zoologischen  Sammlung  zu
Paris  aufgestellt  ist,  hervorgeht,  weniger  als  9  Decimefres  betrug,
so  hält  er  es  ungeachtet  der  unvollkommenen  Entwickelung  dieses
Individuums  doch  für  gewiss,  dass  es  sich  specifisch  vom  Orang-Utan
  oder  seinem  Pitliecus  Satyrus  unterscheide,  von  welchem
er  jetzt  alle  Altersstufen  kenne.
Es  frage  sich  aber,  ob  sich  der  Orang-Utan  oder  sein  Pitherus
  Satyrus  auch  von  den  anderen  Orang-Arten  unterscheide,  welche
nach  und  nach  von  verschiedenen  Autoren  beschrieben  oder  angegeben ­
  wurden;  nämlich  vom  Orang  des  Wurmb  von  Geoffroy
St.  Hilaire,  dem  Pongo  Abelii  von  Lesson,  dem  Orang  des
Wallich  von  Blainville  und  der  Simia  Morio  von  Owen.
Nach  so  vielfältigen,  höchst  gründlichen  Untersuchungen,  welche
von  den  ausgezeichnetsten  Naturforschern  angestellt  wurden,  sollte
man  glauben,  diesen  Gegenstand  bereits  als  abgeschlossen  betrachten
zu  dürfen;  hätten  nicht  neuerliche,  durch  den  bekannten  Reisenden
Herrn  Oscar  von  Kessel  während  eines  mehrjährigen  Aufenthaltes
auf  Borneo  gemachte  Beobachtungen  und  gesammelte  Erfahrungen,
die  bereits  vorherrschend  gewordene  Ansicht  von  der  Existenz  nur
einer  einzigen  Art,  aufs  Neue  wieder  wanken  gemacht.
Die  mir  von  diesem  erfahrenen  Reisenden  durch  Vermittelung
des  Herrn  Vorstandes  des  k.  k.  zoologischen  Cabinetes,  unseres  geehrten
Collegen  Kollar  zugekommene,  diesen  Gegenstand  betreffende  Mittheilung, ­
  gibt  nicht  nur  allein  sehr  beachtenswerthe  Aufschlüsse  über
die  selbst  von  den  Eingeborenen  als  eigenthümliche  Arten  unterschiedenen ­
  Orang’s  von  Borneo,  sondern  enthält  auch  so  viele,  bisher
zum  Theile  noch  gänzlich  unbekannte  oderuns  nur  sehr  unvollständig
bekannt  gewordene  Nachrichten  über  die  Lebensweise,  Sitten  und
Eigenschaften  dieser  Thiere,  dass  ich  nicht  umhin  kann,  dieselbe  mit
den  eigenen  Worten  jenes  Reisenden  wieder  zu  geben.
            
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