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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

verschiedener  Arten  unter  den  asiatischen  Orang-Affen.  427
funo 1  einer  Meinung,  deren  Richtigkeit  nach  seiner  eigenen  Meinung,
ferne  von  jedem  Zweifel  zu  sein  scheine.
Temminck  berichte  uns  selbst,  dass  seine  Untersuchung,
des  ausserordentlichen  Andranges  der  Zuseher  wegen,  nur  sehr  oberflächlich ­
  gewesen  sei,  und  bezeichnet  sie  selbst  als  eine  zufällige.
Bei  Durchlesung  des  Artikels  über  den  Orang  roux  scheine  es  übrigens ­
  festgestellt,  dass  Temminck  aus  der  Erinnerung  und  nicht
nach  gleichzeitig  gemachten  und  mit  Sorgfalt  zusammengestellten
Aufzeichnungen  geschrieben  habe.
Wenn  Temminck  aber  über  die  Abstammung  dieses  Orang’s
aus  Sumatra  Zweifel  hege  und  die  Vermuthung  ausgesprochen  habe,
dass  diese  Art  eben  so  gut  dem  indischen  Continente  angehören
könne,  so  beruhe  diese  Vermuthung  durchaus  auf  keinem  sicheren
Grunde,  wie  denn  auch  Temminck  dies  selbst  einsah.
Temminck’s  Orang  roux,  für  welchen  er  den  weit  bezeichnenderen ­
  Namen  Pithecus  bicolor  in  Vorschlag  bringt,  sei  durch  die
eigenthümliche  Färbung  des  Felles  ausgezeichnet,  welches  auf  der
Oberseite  und  gegen  die  Mitte  des  Bauches  eine  rothbraune,  am
Untertheile  des  Bauches  aber,  so  wie  an  den  Seiten,  Achseln,  einem
Theile  der  Innenseite  der  Schenkel  und  um  den  Mund  eine  weisslichfalde
  Farbe  habe.
Es  sei  daher  nicht,  wie  Temminck,  sagt,  die  weit  mehr  rothgelbe
  Färbung  des  Felles,  welche  diese  Art  vom  Orang-Utan  hauptsächlich ­
  unterscheide,  sondern  die  weisslich-fahle,  nicht  aber  rothe
Färbung  eines  Theiles  der  Vorderseite  des  Körpers,  der  Gliedmassen
und  des  Gesichtes,  welche  ihn  auch  bestimmte,  den  Namen  Pithecus
bicolor  für  diese  Art  zu  wählen.
Beim  Orang-Utan  bestehe  die  Färbung  in  einem  dunklen
Braunroth,  dessen  Farbentöne  nach  dem  Alter  sehr  veränderlich  seien.
Als  ein  speeifisches  Kennzeichen  für  den  Orang-Utan  könne  man
aufstellen,  dass  die  alten  sehr  dunkel  rothbraun  seien,  welche  Farbe
auf  der  Mitte  des  Rückens  und  der  Brust  selbst  ins  Schwarzbraune
übergehen  kann,  die  Jungen  hingegen  eine  nur  mässig  dunkle  rothbraune ­
  Färbung  haben,  welche  wenig  von  der  Farbe  des  sumatranisclien
  Pithecus  bicolor  abweicht.
Ein  weiteres  Unterscheidungs-Merkmal  liefere  aber  auch  noch
die  Gestalt  der  Augenhöhlen.  Beim  Orang-Utan  oder  seinem  Pithecu
 *  Satyrus  seien  in  jedem  Alter  die  Augenhöhlen  einander  sehr
            
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