426
Fitzinger. Untersuchungen über die Existenz
erhalten und deren Kronen, Spitzen und Ränder nicht im Geringsten
ahgeschliffen sind.
T e m m i n c k, welcher in der Fortsetzung seiner „Monographie
sur le genre Singe“ feinen Auszug aus der Abhandlung von Schlegel
und Salomon Müller liefert, stimmt in jeder Hinsicht ihren
Ansichten bei und betrachtet daher auch seinen früher als eigene
Art aufgestellten Orang roux, jetzt nur für eine individuelle Abweichung
des Orang-Utan von Borneo, so wie er sich auch deutlich
ausspricht, dass man mit grosser Wahrscheinlichkeit annehmen
könne, dass der von Owen als Simia Mario abgebildete Schädel
nur der Schädel eines Weibchens des Orang-Utan von Borneo sei.
Die neuesten zur Öffentlichkeit gelangten Untersuchungen über
die asiatischen Orang’s hat Isidor Geoffroy geliefert. Sie sind im
ersten Memoire seiner „Description des Mammiferes nouveaux
ou imparfaitement connus de la collection du Museum d'histoire
naturelle“ 3 ), welches die Familie der Affen umfasst, enthalten.
Er spricht sich hierin auf das Bestimmteste aus, dass er mindestens
zwei verschiedene Arten unter den asiatischen Orang’s annehmen
zu müssen glaube; nämlich den Orang-Utan der Autoren
oder seinen Pithecus Satyrus von Borneo und Temminck’s
Orang roux oder seinen Pithecus bicolor von Sumatra.
Diese letztere Art, nämlich sein Pithecus bicolor, sei auf ein
junges männliches Exemplar gegründet, welches auf Handelswegen
von Sumatra gekommen war und in den Jahren 1836 und 1837
in der Menagerie des Museums zu Paris gehalten wurde; und zwar
auf dasselbe Exemplar, welches Temminck anfänglich für eine
besondere Art betrachtete, die er unter dem Namen Orang roux
beschrieb, in welchem er später aber nur einen jungen Orang Utan
oder Pithecus Satyrus erkennen wollte.
Die Arbeit Temminck’s, worin er die von ihm früher als
Orang roux aufgestellte Art unterdrückte, sei um drei Jahre später
erschienen und um fünf Jahre später, als er seine Untersuchung an
dem jungen Orang in der Pariser Menagerie vorgenommen hatte.
Man könne daher annehmen, dass die Unterscheidungsmerkmale,
welche ihm früher so sehr auflielen, zu jener Zeit nicht mehr so in
seiner Erinnerung waren; lind daher rühre ohne Zweifel die Verwer-1
) Monographies de Mammalogie. T. II, p. 364.
*) Archive8 du Museum d'histoire naturelle. T. II, p. 485.