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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

verschiedener  Arten  unter  den  asiatischen  Orang-Affen.

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einen  entscheidenden  Beweis  betrachten  müssten.  Doch  folge  ihrer
Meinung  nach  hieraus  noch  nicht,  dass  der  Orang  von  Sumatra  dieses
Kennzeichens  immer  entbehre,  da  Salomon  Müller  auch  auf
Borneo  ein  sehr  grosses  Männchen  angetroffen  habe,  das  keine  Spur
von  Wangenwülsten  hesass,  obgleich  dieselben  schon  hei  anderen,
viel  jüngeren  Individuen  vorhanden  waren.
Diebeiden  Schädel  von  Sumatra,  welche  sie  zu  untersuchen
Gelegenheit  hatten,  stimmen  miteinander,  wie  auch  mit  den  Schädeln
von  Borneo  in  der  Hauptsache  überein,  weichen  aber  durch  ein  linienförmiges ­
  Nasenbein  und  die  geringere  Entwickelung  der  Schädelgräthen
  von  denselben  ab.  Es  zeigen  sich  aber  auch  bei  einigen
Schädeln  von  Borneo  die  Sehädelgräthen  weniger  entwickelt  als  bei
anderen  Individuen  von  derselben  Grösse.  An  dem  ältesten  Schädel
von  Sumatra,  welcher  dem  Pongo-Schädel  im  Pariser-Museum  an
Grösse  gleichkommt,  stehen  die  Scheitelgräthen,  obschon  sie  stark
entwickelt  sind,  auf  beiden  Seiten  noch  2  Zoll  weit  von  einander  ab.
Das  Nasenbein,  welches  bei  den  Schädeln  von  Borneo  ins  Unendliche
variirt,  sei  bei  den  beiden  Schädeln  von  Sumatra  aber  vollkommen
gleich  und  weiche  durch  seine  lange,  schmale  Form  von  jenem  der
Orang’s  von  Borneo  ab.
Nach  den  gegenwärtigen  Hülfsmitteln  bestehe  daher  der  Unterschied ­
  zwischen  den  Orang’s  von  Borneo  und  jenen  von  Sumatra
darin,  dass  bei  diesen  das  alte  Männchen  keine  Wangenwülste  habe,
die  Scheitelgräthen  sich  nicht  zu  einem  hervorragenden  schneidenden ­
  Kamme  vereinigen,  und  dass  die  Nasenknochen  die  Gestalt
eines  langen,  schmalen  Streifens  haben.
Es  entstehe  jedoch  die  Frage,  ob  diese  Kennzeichen,  deren
Stätigkeit  übrigens  bis  zur  Stunde  noch  nicht  einmal  hinlänglich
erwiesen  ist,  für  zureichend  erkannt  werden  können,  um  den  Orang
von  Sumatra  für  specifisch  verschieden  von  jenem  von  Borneo  zu
betrachten.  Da  auch  der  Schädel  jenes  männlichen  Individuums  von
borneo,  welches  keine  Wangenwiilste  hatte,  hinsichtlich  der  von
einander  entfernten  Scheitelgräthen  und  der  mehr  als  gewöhnlich
schmalen  Nasenknochen  mit  den  Schädeln  von  Sumatra  bis  auf  gelinge ­
  Modificationen  übereinkommt,  so  könnte  man  annehmen,  dass
dieses  Individuum  mit  den  Orang’s  von  Sumatra  als  übereinstimmend
zu  betrachten  sei  und  es  Hesse  sich  nur  dagegen  einwenden,  dass  es
zwar  erwachsen,  doch  nicht  sehr  alt  sei,  indem  alle  Zähne  vollkommen
            
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