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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

verschiedener  Arten  unter  den  asiatischen  Orang-A  ffen.

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Das  Materiale,  welches  Wagner  seinen  Untersuchungen  zu
Grunde  legen  konnte,  bestand  ausser  den  schon  erwähnten  beiden
Gyps-Abgüssen  des  Hendrikz’schen  Schädels  und  des  Pongo-Schädels
  der  Pariser  Sammlung,  aus  zwei  Skeleten  junger  Thiere
und  vier  Schädeln  aus  verschiedenen  Altern,  so  wie  aus  mehreren
ausgestopften  Exemplaren  und  einem  in  Weingeist  aufbewahrten
Thiere,  welche  sich  sämmtlich  im  Senckenbergischen  Museum  zu
Frankfurt  befinden.
Zwei  dieser  Schädel,  bei  denen  die  Scheitel-  und  Hinterhauptsleiste ­
  sehr  stark  entwickelt  sind,  und  welche  alten  Thieren  angehören,
stimmen  sowohl  durch  das  nur  wenig  ausgeschweifte,  fast  gerade
Gesichtsprofilund  die  hohe  Symphyse  des  Unterkiefers,  als  durch
die  sehr  weit  nach  vorne  gerückte  Jochbeinnath,  mit  der  ersten
Hauptform  überein.  Sie  sind  aber  beide  von  einander  in  der  Form
der  Augenhöhlen  verschieden,  indem  sich  diese  bei  dem  einen  dieser
Schädel  als  rundlich,  bei  dem  anderen  aber  als  mehr  in  die  Länge
gezogen  darstellt.
Später  hat  Wagner  mit  vermehrtem  Materiale  seine  Untersuchungen ­
  einer  wiederholten  Prüfung  unterzogen  und  die  sich
hieraus  ergebenen  Resultate,  in  einer  besonderen  Abhandlung:
„Bemerkungen  über  einen  Pongo-Schädel,  mit  besonderer  Bezugnahme ­
  auf  die  bisher  unter  den  asiatischen  Orang-Utangs  errichteten
Arten“  J ),  veröffentlicht.
Er  hatte  durch  Rudolf  Wagner  aus  Göttingen  einen  Orang-Schädel
  zur  Vergleichung  erhalten,  welcher  von  Dr.  Strauss  aus
Borneo  gebracht  wurde.  Dieser  Schädel  stammt  von  einem  vollkommen ­
  erwachsenen  Thiere,  da  nicht  bloss  die  Scheitel-  und
Hinterhauptsleisten  aufs  Stärste  entwickelt  und  mehrere  Näthe
bereits  verschwunden  sind,  sondern  auch  die  Zähne  eine  sehr  bedeutende ­
  Abnützung  zeigen.
Durch  die  im  Verhältnisse  zu  Simia  Crossii  zwar  in  etwas
geringerem  Grade  schmale,  hochgestreckte  Form,  die  mehr  senkrechte ­
  Lage  der  Augenhöhlen  mit  starken  Superciliar-Wülsten,  das
ausgehöhlte  Gesichtsprofil  und  die  nicht  sonderlich  hohe  Symphyse
des  Unterkiefers,  fällt  dieser  Schädel  mit  der  von  Wagner  aufgestellten ­
  zweiten  Hauptform  zusammen.  Dagegen  entfernt  sich  der-')

  Münchner  gelehrte  Anzeigen.  1839.  Nr.  181,  S.  409  und  Nr.  182,  S.  417.
            
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