Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

420

Fitzinger.  Untersuchungen  über  die  Existenz

Schädel  übereinkommt,  glaubt  Wagner  die  von  Owen  aufgestellte
specifischeVerschiedenheit  der  Orang-Schädel  von  Borneo  und  Sumatra
sehr  in  Zweifel  ziehen  zu  müssen,  oder  gänzlich  widerlegt  zu  sehen;
vorausgesetzt,  dass  es  richtig  sei,  dass  der  Pongo  des  Pariser
Museums  wirklich  von  demselben  Individuum  stamme,  welches
Wurmb  von  Borneo  beschrieben.
Owens  Simia  Morio,  welche  sich  von  dieser  zweiten  Hauptform ­
  ganz  und  gar  entfernt,  betrachtet  Wagner,  wegen  Übereinstimmung ­
  in  allen  wesentlichen  Merkmalen,  als  zur  ersten  Hauptform
gehörig.  Er  schliesst,  theils  aus  der  geringeren  Grösse,  theils  aus
den  von  einander  noch  getrennt  stehenden  halbzirkelförmigen
Gräthen,  welche  sich  noch  nicht  zu  einer  Scheitelleiste  vereiniget
haben,  dass  das  Individuum,  von  welchem  der  von  Owen  beschriebene
Schädel  stammt,  noch  kein  sehr  hohes  Alter  erreicht  habe.  Die
geringere  Grösse  der  Augenhöhlen,  so  wie  der  Mahl-  und  Eckzähne
will  Wagner  um  so  weniger  als  ein  specifisches  Kennzeichen
gelten  lassen,  als  auch  beim  Hendrikz’schen  Schädel  diese  Theile
kleiner  sind  als  bei  den  anderen  bisher  von  Borneo  bekannt  gewordenen ­
  Exemplaren.  Er  glaubt,  dass  die  Abweichungen,  welche
Owen’s  Simia  Morio  zeigt,  ebenso  auf  Alters-  oder  Geschlechts-Unterschieden,
  wie  auf  individuellen  Verschiedenheiten  beruhen
können.  Dieselbe  Ansicht  hat  er  auch  von  Simia  Wallichii.
Als  Ilauptresultat  seiner  osteologischen  Untersuchungen  stellt
sich  daher  heraus:
1.  Dass  der  junge  Orang-Utan,  so  wie  er  in  neuerer  Zeit
öfters  nach  Europa  gebracht  wurde,  nur  der  jugendliche  Zustand  von
dem  unter  dem  Namen  Pongo  bekannten  alten  Thiere  sei;  und
2.  dass  es  unter  den  Schädeln  zwei  Hauptformen  gebe,  die  in
ihren  Extremen  allerdings  sehr  bedeutende  Verschiedenheiten  darbieten. ­

Die  Frage,  ob  diese  beiden  Formen  als  verschiedene  Arten
zu  betrachten  seien  und  ob  sie  durch  die  Verschiedenheit  des  Vaterlandes, ­
  Borneo  oder  Sumatra,  bedingt  sind,  lässt  Wagner  dermalen
noch  unentschieden.  Als  noch  ungewisser  betrachtet  er  aber  die
weitere  Frage,  ob  eine  oder  mehrere  der  unter  diesen  Hauptformen
vorkommenden  Abweichungen,  ebenfalls  als  eigentümliche  Arten  zu
betrachten  seien,  oder  nicht;  obgleich  er  das  letztere  für  wahrscheinlicher ­
  hält.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.