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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Beiträge  zur  Naturgeschichte  der  Insecten.  37
Die  Unterlippe,  auch  ganz  eigentümlich  gestaltet,  ist  fast  so
lang  als  die  Unterkiefer,  yj  so  breit  als  lang,  besteht  aus  zwei  fast
parallel  laufenden  braunhornigen  Längsleisten,  zwischen  welchen
ein  ebenfalls  braunhorniger  bisquitförmiger  Rahmen,  am  Vorderteile
der  Seiten,  mit  den  Seiten-Längsleisten  verwachsen  ist,  und  dadurch
eine  Einbuchtung  hildet,  in  welcher  die  häutige,  breite,  abgerundete
Zunge  sitzt.
Augen  konnte  ich  keine  entdecken.
Die  Leibesabschnitte  sind  alle  fast  gleich  lang  und  gleich  breit,
nur  die  drei  letzten  etwas  verschmälert;  der  letzte  gerade  abgestutzt;
der  Vorderbrustabschnitt  vorne  abgerundet,  hat  an  jeder  Seite  eine
runde,  schwarzhornige,  in  der  Mitte  der  Länge  nach  getheilte  verhältnissmässig
  grosse,  —  der  Mittelbrustabschnitt  dagegen  sehr
kleine,  —  der  Hinterbrustabschnitt  aber  keine  Athmungsölfnungen;
die  sechs  folgenden  Leibesabschnitte  haben  Luftlöcher,  welche  der
Grösse  nach,  die  Mitte  zwischen  beiden  genannten  halten;  die  drei
letzten  Abschnitte  sind  wieder  ohne  solche.
An  der  Bauchseite  sind  diese  Larven  ohne  alle  Auszeichnung,
und  gänzlich  fusslos,  kriechen  daher  nur  auf  sehr  feuchtem  Boden
leicht  vorwärts,  auf  trockenem  Boden  bewegen  sie  sich  aber  seitwärts, ­
  indem  sie  die  Gabe  haben,  die  mittleren  Leibabschnitte  willkürlich, ­
  an  einer  oder  der  anderen  Seite  aufzublasen,  und  sich  dadurch ­
  schnell  umzuwälzen.
Die  Puppen  sind  so  lang  und  dick  als  die  Larven,  nur  ist  der
Hinterleib,  besonders  bei  männlichen,  gegen  hinten  bedeutend  verschmälert; ­
  sie  sind  der  Form  nach  einer  Kleinschmetterlings-Puppe
sehr  ähnlich;  dünnhornig,  blass  bräunlich,  die  Flügelscheiden  reichen
nur  bis  an  den  Hinterrand  des  vierten  Hinterleibabschnittes;  zwischen
diesen  liegen  die  Beine,  von  welchen  die  Fussspitzen  der  hinteren
bis  an  die  Flügelspitzen  reichen,  die  runden  Augen  sind  an  den  Kopfseiten ­
  deutlich  erhoben,  und  hinter  diesen  stehen  die  kurzen  ohrenförmigen ­
  Fühlerscheiden  in  die  Höhe.  Die  sieben  ersten  Hinterleibsabschnitte ­
  sind  doppelt  gefurcht,  der  letzte  endigt  mit  einem  flachen,
am  Grunde  breiten  Dorne,  welcher  an  der  Bauchseite  gehohlkehlt,
und  am  Grunde  des  Rückens  mit  einem  kurzen  breiten  Dorne  bewehrt ­
  ist.
Einige  Tage  vor  dem  Ausbrechen  der  Fliege  aus  der  Puppe
werden  der  Kopf,  die  Beine  und  Flügelscheiden  schwarzgrau;  der
            
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