verschiedene!' Arten unter den asiatischen Orang-Affen.
413
Diese vier Arten sind: 1. der Blainville’sche Orang Utan
von Sumatra, 2. der Wallich’sche Orang vom indischen Festlande,
3. der Pongo von Borneo und 4. der A b e l’sche Orang von Sumatra.
Wieg mann *) hat es versucht, die drei durch Müller näher
bekannt gewordenen Schädelformen von Orang’s, welche sich im
Berliner zootomischen Museum befinden, mit den durch Blainville
uud Owen bekannt gewordenen in Übereinstimmung zu bringen. Er
glaubt nämlich, dass der Camp er’sche Schädel, mit dem Cr oss'chen,
welchen Owen in-den Transactions of the Zoological Society
auf der Tafel 53 abbildete, so wie mit Blainville’s eigentlichem
Orang-Utan aus Sumatra, wovon das Pariser-Museum in neuerer Zeit
den Schädel eines erwachsenen Thieres und ein vollständiges Skelet
erhalten hat, Zusammenfalle; ferner dass der Hendrik z’sche Schädel
jener Art angehöre, welche Blainvilleden Orang W a 11 i c h’s nennt
und welche vom indischen Continente stammen soll; obgleich die
Augenhöhlen bei demselben, nicht wie Blainville von seinem
Wallielfischen Orang angiht, verhältnissmässig grösser, sondern
eher kleiner sind,als bei den anderen; endlich, das derD’Alton’sche
Schädel der wahre, von Wurmb beschriebene Pongo von Borneo,
mithin auch der Pongo Blainville’s sei.
Hinsichtlich der von Owen als eine besondere Art aufgestellten
Simia Mario, bemerkt Wieg mann, dass der Schädel, worauf sich
diese Art gründet, — ebenso wie dies beim Wallielfischen Orang-Schädel
der Fall war, — sowohl durch Grösse als Gestalt zunächst
die Vermuthung errege, dass er eine Alters-Mittelstufe zwischen dem
jungen Orang-Utan und dem Pongo sei. Durch eine nähere Prüfung des
Gebisses und des Schädels aber, werde diese Vermuthung widerlegt.
Zwei Schädel erwachsener Orang’s, welche das Berliner
zootomische Museum während des Druckes des Wiegmann’schen
Jahresberichtes erhielt, schienen die Lösung der Frage über die
verschiedenen Arten der asiatischen Orang’s nur noch verworrener
zu machen. Der eine derselben stimmt, wie Wiegmann angiht, in
den meisten Punkten mit dem Camper’schen Schädel überein, zeigt
aber auch wieder manche, vielleicht individuelle Verschiedenheiten;
namentlich ist die Divergenz der Unterkieferhälften am Winkel noch
geringer, als bei diesem. Der andere passt so ziemlich auf die von
*) n. c . S. 146.
Sitib. d. mathem.-naturw. 01. XI. Bd. II. Hfl.
27