Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

verschiedener  Arten  unter  den  asiatischen  Orang-Affen.

409

Wurmb’schen  Pongo  dahin  aus,  dass  neuere  Thatsachen  seine  schon
früher  hierüber  gehegten  Zweifel  nur  bestätigen.
Temminck,  welcher  in  seiner  „Monographie  sur  le  genre
Singe“  ‘)  eine  sehr  genaue  Schilderung  sowohl  des  äusseren  Baues,
als  der  osteologischen  Verhältnisse  des  Orang’s  gegeben,  unterscheidet, ­
  ohne  Berücksichtigung  der  früheren  Arbeiten  von  Blainville
und  Owen,  zwei  verschiedene  Arten  unter  den  asiatischen  Orang’s.
Nämlich  den  eigentlichen  Orang  -  Utan  oder  seine  Singe  Orang-Outang
  (Simia  Saiyrus)  von  Borneo  und  Sumatra,  und  den  rothen
Orang  oder  seinen  Orang  roux,  der  ihm  nur  nach  einem  jungen
Exemplare  bekannt  geworden  war,  welches  er  im  Jahre  1836  lebend
in  der  Pariser  Menagerie  gesehen  hatte  und  von  dem  er,  gegen  die
ausdrückliche  Angabe  seiner  Abstammung  aus  Sumatra,  die  Vermutliung
  ausspricht,  dass  er  von  dem  indischen  Continente  stamme.
Diese  Vermuthung  gründete  Temminck  auf  die  Beobachtung,  dass
alle  Orang-Feile,  welche  er  von  Borneo  erhielt,  obgleich  sie  den
verschiedensten  Altersperioden  und  beiden  Geschlechtern  angehören,
nur  auf  eine  einzige  Art  schliessen  lassen,  welche  auch  auf  Sumatra
verbreitet  ist.  Namentlich  erwähnt  er  eines  von  Sumatra  stammenden
alten  Weibchens,  das  er  in  London  zu  sehen  Gelegenheit  hatte,  welches ­
  genau  den  aus  Borneo  eingesendeten  Individuen  desselben  Geschlechtes ­
  glich.  Doch  hält  er  es  nicht  für  unmöglich,  dass  vielleicht
noch  eine  zweite  Art  auf  den  beiden  genannten  Inseln  Vorkommen
könne;  da  wenigstens  die  Dajaken  von  Borneo  versichern  ,  dass  zwei
verschiedene  Arten  grosser  Orang’s  auf  Borneo  einheimisch  wären.
Später  theilte  Owen  in  einer  besonderen  Abhandlung  „On  the
specific  distinctions  of  the  Orangs“  2 )  seine  neueren,  auf  ein  vermehrtes ­
  Materiale,  gestützten  Beobachtungen  über  die  asiatischen
Orang’s  mit.
Es  bestand  aus  zwei  Schädeln  des  Orang’s  von  Borneo  und  in
einem,  noch  vom  Felle  umkleideten  Schädel  eines  jungen  Orang’s  von
Sumatra.
Diesen  Beobachtungen  zufolge  stimmt  der  junge  Orang  von.
Sumatra,  sowohl  in  der  rothen  Färbung,  als  auch  in  der  Art  der  Behaarung ­
  seines  Felles,  vollkommen  mit  dem  erwachsenen  Weibchen
*)  Monographies  de  Mammalogic.  T.  II,  p.  113.
")  Proceedings  of  the  Zoological  Society.  1836.  p.  91j  und  London  and
Edinburgh  Philosophical  Magazine.  Vol.  X,  p.  295.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.