verschiedener Arten unter den asiatischen Orang-Aifen.
407
und von dort auf den indischen Continent gebracht wurde, der Orang
des Wall ich von Java.
Müller hat in seinem „Jahresberichte über die Fortschritte der
anatomisch-physiologischen Wissenschaften im Jahre 1835“ *) durch
sehr beachtenswerte Gründe nachzuweisen versucht, dass die drei im
königlich zootomischen Museum zu Berlin vorhandenen Gyps-Abgüsse
von erwachsenen Orang-Schädeln, drei von einander wirklich verschiedenen
Arten angehören.
Der eine dieser Schädel-Abgüsse ist nach dem Originale des
Pongo aus der Camp er’schen Sammlung angefertiget und führt die
Nr. 7196 dos Catalogs der Berliner zootomischen Sammlung. Eine
Abbildung von diesem Schädel hat Fischer in seinen „Naturhistorischen
Fragmenten“ auf den Tafeln 3 und 4 gegeben.
Der zweite ist einem Originale abgenommen, welches sich in
der Sammlung des Herrn Professors Hendrikz befindet. Er ist im
Cataloge der Berliner Sammlung mit der Nr. 7197 bezeichnet.
Der dritte ist nach dem im Pariser Museum befindlichen Originale
des wahren, von Wurmb beschriebenen Pongo angefertiget,
von welchem zuerst Audebert in seiner „Histoirc naturelle des
Singes“ auf der Tafel 2 der anatomischen Figuren und später
D’Alton in seinen „Skeleten der Vierhänder“ auf der Tafel 8,
Abbildungen geliefert haben. Er hat die Nr. 7328 im Cataloge der
Berliner Sammlung.
Alle diese drei Schädel sind fast von gleicher Grösse und mit
starken Schädelgräthen versehen. Bei genauerer Vergleichung derselben
ergeben sich aber manche bedeutende Verschiedenheiten.
So wird bei dem Hen drikz’schen Schädel bei der Betrachtung
von oben, die Protuberantia occipitalis, so wie ein Theil der seitlichen
Hinterhauptsgräthen, durch die Hervorragung der Calvaria
vom Schädel gedeckt; was weder bei dem C a m p er’schen, noch bei
dem D’Alton’schen Schädel der Fall ist. Auch ist der Jochfortsatz
des Oberkiefers bei dem Hen drikz’schen Schädel viel grösser und
breiter, als bei den beiden anderen. Die Gesichtslinie zwischen der
Glubella und dem Zwischenkiefer ist bei diesem Schädel fast gerade,
während sie bei dem Camp er’schen und D’Alton’schen Schädel
tief ausgehöhlt erscheint. Die Nasenbeine sind hier doppelt, bei den
*) Archiv für Anatomie, Physiologie u. s. w. Jahrgang 1836. S. XLVL