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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

verschiedener  Arten  unter  den  asiatischen  Orang-Affen.

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malen  noch  für  unmöglich;  indem  das  vorhandene  Materiale  noch  viel
zuwenig  zureichend  sei,  sich  für  die  eine  oder  die  andere  Ansicht
mit  Bestimmtheit  aussprechen  zu  können.
Um  bei  den  vielen,  nicht  selten  sogar  sich  widersprechenden
Angaben  der  verschiedenen  Beobachter  auch  nur  einigermassen  Klarheit ­
  zu  gewinnen,  ist  es  nöthig  den  Gegenstand  bis  auf  seinen  Ursprung ­
  zu  verfolgen  und  die  verschiedenen  Gründe  und  Ansichten  der
einzelnen  Naturforscher  hierüber  zu  erfahren.
Finne  beschrieb  unter  dem  Namen  Simia  Satyrus  den  jungen
Orang-Utan  von  Borneo  *)  und  alle  späteren  Naturforscher  bis  auf
Wurmb  kannten  ebenfalls  nur  jugendliche  Exemplare  desselben.
Wurmb  ist  der  erste  Naturforscher,  welcher  uns  in  seiner
„Beschrijving  van  de  groote  Borneoosche  Orang-Outang“  2 )  mit  dem
grossen  Orang  von  Borneo  oder  dem  Pongo  bekannt  macht.  Das  von
ihm  beschriebene  Exemplar  wurde  von  dem  holländischen  Residenten
Palm  auf  einer  Reise  von  Landak  nach  Pontianak  erlegt.  Es  war  ein
Männchen  von  3  Fuss  10%  Zoll  Höhe  und  für  den  Prinzen  von
Oranien  bestimmt.  Später  beschrieb  er  auch  das  Weibchen,  welches
eine  Höbe  von  4  Fuss  hatte  3 ).
Geoffroy  Saint-Hilaire  betrachtete  diesen  Affen  für  eine
vom  eigentlichen  Orang-Utan  von  Borneo  oder  von  Linne’s  Simia
Satyrus  durchaus  verschiedene  Art 4 ).
Tilesius  5 )  war  es,  welcher  zuerst  die  Ansicht  aufstellte,  dass
der  Orang-Utan  nur  das  junge  Thier  des  Wurmb’schen  Pongo  sei.
Auch  Cuvier  sprach  sich  schon  im  Jahre  1818  in  einem  in
der  Pariser  Akademie  gehaltenen  Vortrage  dahin  aus,  dass  er  den
Wurmb’schen  Pongo  nur  für  das  alte  Thier  von  Linne's  Simia
Satyrus  halte  6 ).  Diese  Ansicht  gewann  er  durch  einen  halb  erwachsenen ­
  Schädel  eines  Orang’s,  welchen  Wallich  in  eben  diesem
Jahre  aus  Calcutta  sandte.  Dieser  Schädel  hat  eine  viel  mehr  vorspringende ­
  Schnauze  als  jene  der  sehr  jungen  Individuen,  die  bisher

’)  Systema  nuturae.  Eilitio  XII.  T.  I,  p.  34.
")  Verhandelingen  van  liet  Bataviaasch  Genootschap.  T.  II,  p.  137.
3 )  L.  c.  T.  II,  p.  517.
4 )  Journal  de  Physique.  T.  XLVI,  p.  342.
■’)  Naturhistorische  Früchte  der  ersten  Kaiserl.  Russischen  Wel  tumseglung.
S.  130.
6 )  Heyne  animal.  Nouvelle  edition.  Tom.  I,  p.  88.
            
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