verschiedener Arten unter den asiatischen Orang-Affen.
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malen noch für unmöglich; indem das vorhandene Materiale noch viel
zuwenig zureichend sei, sich für die eine oder die andere Ansicht
mit Bestimmtheit aussprechen zu können.
Um bei den vielen, nicht selten sogar sich widersprechenden
Angaben der verschiedenen Beobachter auch nur einigermassen Klarheit
zu gewinnen, ist es nöthig den Gegenstand bis auf seinen Ursprung
zu verfolgen und die verschiedenen Gründe und Ansichten der
einzelnen Naturforscher hierüber zu erfahren.
Finne beschrieb unter dem Namen Simia Satyrus den jungen
Orang-Utan von Borneo *) und alle späteren Naturforscher bis auf
Wurmb kannten ebenfalls nur jugendliche Exemplare desselben.
Wurmb ist der erste Naturforscher, welcher uns in seiner
„Beschrijving van de groote Borneoosche Orang-Outang“ 2 ) mit dem
grossen Orang von Borneo oder dem Pongo bekannt macht. Das von
ihm beschriebene Exemplar wurde von dem holländischen Residenten
Palm auf einer Reise von Landak nach Pontianak erlegt. Es war ein
Männchen von 3 Fuss 10% Zoll Höhe und für den Prinzen von
Oranien bestimmt. Später beschrieb er auch das Weibchen, welches
eine Höbe von 4 Fuss hatte 3 ).
Geoffroy Saint-Hilaire betrachtete diesen Affen für eine
vom eigentlichen Orang-Utan von Borneo oder von Linne’s Simia
Satyrus durchaus verschiedene Art 4 ).
Tilesius 5 ) war es, welcher zuerst die Ansicht aufstellte, dass
der Orang-Utan nur das junge Thier des Wurmb’schen Pongo sei.
Auch Cuvier sprach sich schon im Jahre 1818 in einem in
der Pariser Akademie gehaltenen Vortrage dahin aus, dass er den
Wurmb’schen Pongo nur für das alte Thier von Linne's Simia
Satyrus halte 6 ). Diese Ansicht gewann er durch einen halb erwachsenen
Schädel eines Orang’s, welchen Wallich in eben diesem
Jahre aus Calcutta sandte. Dieser Schädel hat eine viel mehr vorspringende
Schnauze als jene der sehr jungen Individuen, die bisher
’) Systema nuturae. Eilitio XII. T. I, p. 34.
") Verhandelingen van liet Bataviaasch Genootschap. T. II, p. 137.
3 ) L. c. T. II, p. 517.
4 ) Journal de Physique. T. XLVI, p. 342.
■’) Naturhistorische Früchte der ersten Kaiserl. Russischen Wel tumseglung.
S. 130.
6 ) Heyne animal. Nouvelle edition. Tom. I, p. 88.