Paläo-Krystalle, durch Pseudomorphose verändert.
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Ich nehme hier immer Pseudomorphose als den allgemeinem,
Paramorphose als den in jenem enthaltenen specielleren Begriff, ja
nicht als Gegensatz. Hr. Prof. Sehe er er nennt (pag. 12) eine
Paramorphose „das Product einer blossen, innerhalb der Grenzen
des betreffenden Krystalls vorgegangenen Atom-Umsetzung,
während jede andere Pseudomorphose durch einen
„über jene Grenzen hinaus geh ende Atom-Wand e-„rung
entstand“. Das Gemälde in grossen Zügen entworfen, gibt
allerdings einen festen Anhaltspunkt. Wenn man indessen die Einzelheiten
näher ins Auge fasst, so bleibt fast keine Möglichkeit,
dass die absolute Übereinstimmung je stattfinde. Man muss dazu
natürlich alle Eigenschaften der zuerst und der später gebildeten
Species mit einander vergleichen. Namentlich ist das specifisclie
Gewicht von grösstem Einflüsse. Die von den zweierlei Krystallen
erfüllten Räume verhalten sich stets in dem umgekehrten Verhältnisse
ihrer Dichten. Treffen wir nun Kalkspath in dem Raume früherer
Aragonkrystalle, so kann, da ihre Dichten sich ungefähr wie 27:29
verhalten, selbst wenn der Raum nun vollständig, ohne Zwischenraum
erfüllt ist, dies nur dann geschehen, wenn etwa yi 4 der ganzen
Aragonmasse ausserhalb des Raumes, den sie früher einnahm,
liinausgeschoben oder hinweggeführt wird. Noch grösser wird der
Unterschied, wenn wie es in der Natur so häufig vorkommt, auch im
Innern der Pseudomorphosen leere Räume übrig bleiben. Hier ist
gewiss nicht einfache Atom-Umsetzung, sondern wahre Atom-Wanderung.
Das Umgekehrte findet Statt, wenn das specifisclie Gewicht
der in Pseudomorphosen erscheinenden Species höher ist, als das der
ursprünglichen oderPaläo-Krystalle. Auch hier erfüllt dann das später
Gebildete den Raum nicht mehr vollständig; oder wenn ein Raum
wirklich vollständig erfüllt ist, so ist es nicht mehr der des ursprünglichen
Krystalls. Gewiss lässt sich eine ununterbrochene Reihe
darstellen, von den Pseudomorphosen dimorpher Verbindungen, zum
Beispiel den Sehwefel-Paramorphosen beginnend, Schwefel pseudomorph
nach Sulfurit, bis in diejenigen Pseudomorphosen, wo scheinbar
kein chemischer Zusammenhang zwischen den beiden Species
stattfindet, wie wenn Quarz in den Formen von Kalkspath erscheint.
So wären die verschwundenen Aragone Paläo-Calcit gewesen,
die verschwundenen Augite Paläo-Amphibol, eigentlicher
Paläo-Uralit, und die Ausdrücke vorzüglich dazu bestimmt, um die
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