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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Paläo-Krystalle,  durch  Pseudomorphose  verändert.

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Ich  nehme  hier  immer  Pseudomorphose  als  den  allgemeinem,
Paramorphose  als  den  in  jenem  enthaltenen  specielleren  Begriff,  ja
nicht  als  Gegensatz.  Hr.  Prof.  Sehe  er  er  nennt  (pag.  12)  eine
Paramorphose  „das  Product  einer  blossen,  innerhalb  der  Grenzen ­
  des  betreffenden  Krystalls  vorgegangenen  Atom-Umsetzung,
  während  jede  andere  Pseudomorphose  durch  einen
„über  jene  Grenzen  hinaus  geh  ende  Atom-Wand  e-„rung
  entstand“.  Das  Gemälde  in  grossen  Zügen  entworfen,  gibt
allerdings  einen  festen  Anhaltspunkt.  Wenn  man  indessen  die  Einzelheiten ­
  näher  ins  Auge  fasst,  so  bleibt  fast  keine  Möglichkeit,
dass  die  absolute  Übereinstimmung  je  stattfinde.  Man  muss  dazu
natürlich  alle  Eigenschaften  der  zuerst  und  der  später  gebildeten
Species  mit  einander  vergleichen.  Namentlich  ist  das  specifisclie
Gewicht  von  grösstem  Einflüsse.  Die  von  den  zweierlei  Krystallen
erfüllten  Räume  verhalten  sich  stets  in  dem  umgekehrten  Verhältnisse ­
  ihrer  Dichten.  Treffen  wir  nun  Kalkspath  in  dem  Raume  früherer
Aragonkrystalle,  so  kann,  da  ihre  Dichten  sich  ungefähr  wie  27:29
verhalten,  selbst  wenn  der  Raum  nun  vollständig,  ohne  Zwischenraum ­
  erfüllt  ist,  dies  nur  dann  geschehen,  wenn  etwa  yi 4  der  ganzen ­
  Aragonmasse  ausserhalb  des  Raumes,  den  sie  früher  einnahm,
liinausgeschoben  oder  hinweggeführt  wird.  Noch  grösser  wird  der
Unterschied,  wenn  wie  es  in  der  Natur  so  häufig  vorkommt,  auch  im
Innern  der  Pseudomorphosen  leere  Räume  übrig  bleiben.  Hier  ist
gewiss  nicht  einfache  Atom-Umsetzung,  sondern  wahre  Atom-Wanderung.
  Das  Umgekehrte  findet  Statt,  wenn  das  specifisclie  Gewicht
der  in  Pseudomorphosen  erscheinenden  Species  höher  ist,  als  das  der
ursprünglichen  oderPaläo-Krystalle.  Auch  hier  erfüllt  dann  das  später
Gebildete  den  Raum  nicht  mehr  vollständig;  oder  wenn  ein  Raum
wirklich  vollständig  erfüllt  ist,  so  ist  es  nicht  mehr  der  des  ursprünglichen ­
  Krystalls.  Gewiss  lässt  sich  eine  ununterbrochene  Reihe
darstellen,  von  den  Pseudomorphosen  dimorpher  Verbindungen,  zum
Beispiel  den  Sehwefel-Paramorphosen  beginnend,  Schwefel  pseudomorph ­
  nach  Sulfurit,  bis  in  diejenigen  Pseudomorphosen,  wo  scheinbar ­
  kein  chemischer  Zusammenhang  zwischen  den  beiden  Species
stattfindet,  wie  wenn  Quarz  in  den  Formen  von  Kalkspath  erscheint.
So  wären  die  verschwundenen  Aragone  Paläo-Calcit  gewesen, ­
  die  verschwundenen  Augite  Paläo-Amphibol,  eigentlicher
Paläo-Uralit,  und  die  Ausdrücke  vorzüglich  dazu  bestimmt,  um  die
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