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H a i d i n g e r.
fasrig-körnigen Spreusteinmasse bestehend, welche zwei Winkel von
nahe 125°, und vier von nahe 118° zeigen, und ausserdem deutlich
augitische Symmetrie, die Ebene der Abweichung den Winkel von
123° halbirend, so dass die Formen sehr viele Analogie mit Amphibolformen
zeigen. Nun findet aber die chemische Analyse im Spreustein
vollkommen die Mischung des Natrolithes, ja der Spreustein
ist nach allen Verhältnissen, der Form, Masse und Materie eine
Varietät von Natrolith, und Scheerer nimmt zur Erklärung ihrer
Bildung an, es haben sich zuerst Krystalle der augitischen Form,
genau wie bei dem Vorgänge mit dem geschmolzenen Schwefel
gebildet, welche der gleichen Analogie folgend während oder nach
ihrer Erstarrung innerlich zu einem Aggregate krystallinischer Partikel
der gewöhnlichen Form verändert worden seien. Dabei sei
nichts hinzugetreten, nichts hinweggeführt worden, es seien reine
Paramorphosen. Gewiss sind es Pseudomorphosen, die als besonderen
Fall Scheerers Paramorphosen, die Pseudomorphosen zwischen
dimorphen-Verbindungen in sich begreifen.
Hr. Prof. Scheerer bediente sich zur Bezeichnung der beiden
Zustände der Ausdrücke; der rhombische Natrolith A, wie
er nun sich im Spreustein zeigt, und der monoklinoedrische
Natrolith B, aus dem er entstanden ist. In einem Briefe an Scheerer
bemerkte ich, ich hätte gewünscht, er würde der wenn auch
nun verschwundenen Species einen eigentlichen Namen gegeben
haben. Weder die dem Augenblick entsprechend, so zu sagen improvisirte,
systematische Nomenclatur, noch gar die Anwendung
von Buchstaben schien mir den Anforderungen zu genügen, die man
gerne stellen möchte. Wollte man auch vorläufig keinen einfachen
selbstständigen Namen geben, so liesse sich doch auf irgend eine
Art die Beziehung ausdrücken, in welcher die Species der früher
vorhandenen Krystalle zu der Species der nun noch übrigen steht.
Analog dem Worte „Paläontologie“, die sich ja auch auf Species
bezieht, die nicht mehr lebend existiren, bot sich wie von selbst
die Verbindung des Namens derjenigen Species, welche nun übrig
ist, mit dem Vorsatze „Paläo“ dar, so dass die nach Scheerers
Annahme ursprüngliche Bildung ein Paläo-Natrolith gewesen
wäre, während das was Werner Spreustein genannt hat, einfach
Natrolith ist, aber in Pseudomorphosen, oder wie Scheerer
es nimmt, in Paramorphosen nach Pseudo-Natrolith.