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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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H  a  i  d  i  n  g  e  r.

fasrig-körnigen  Spreusteinmasse  bestehend,  welche  zwei  Winkel  von
nahe  125°,  und  vier  von  nahe  118°  zeigen,  und  ausserdem  deutlich
augitische  Symmetrie,  die  Ebene  der  Abweichung  den  Winkel  von
123°  halbirend,  so  dass  die  Formen  sehr  viele  Analogie  mit  Amphibolformen ­
  zeigen.  Nun  findet  aber  die  chemische  Analyse  im  Spreustein ­
  vollkommen  die  Mischung  des  Natrolithes,  ja  der  Spreustein
ist  nach  allen  Verhältnissen,  der  Form,  Masse  und  Materie  eine
Varietät  von  Natrolith,  und  Scheerer  nimmt  zur  Erklärung  ihrer
Bildung  an,  es  haben  sich  zuerst  Krystalle  der  augitischen  Form,
genau  wie  bei  dem  Vorgänge  mit  dem  geschmolzenen  Schwefel
gebildet,  welche  der  gleichen  Analogie  folgend  während  oder  nach
ihrer  Erstarrung  innerlich  zu  einem  Aggregate  krystallinischer  Partikel ­
  der  gewöhnlichen  Form  verändert  worden  seien.  Dabei  sei
nichts  hinzugetreten,  nichts  hinweggeführt  worden,  es  seien  reine
Paramorphosen.  Gewiss  sind  es  Pseudomorphosen,  die  als  besonderen
Fall  Scheerers  Paramorphosen,  die  Pseudomorphosen  zwischen
dimorphen-Verbindungen  in  sich  begreifen.
Hr.  Prof.  Scheerer  bediente  sich  zur  Bezeichnung  der  beiden ­
  Zustände  der  Ausdrücke;  der  rhombische  Natrolith  A,  wie
er  nun  sich  im  Spreustein  zeigt,  und  der  monoklinoedrische
Natrolith  B,  aus  dem  er  entstanden  ist.  In  einem  Briefe  an  Scheerer ­
  bemerkte  ich,  ich  hätte  gewünscht,  er  würde  der  wenn  auch
nun  verschwundenen  Species  einen  eigentlichen  Namen  gegeben
haben.  Weder  die  dem  Augenblick  entsprechend,  so  zu  sagen  improvisirte,
  systematische  Nomenclatur,  noch  gar  die  Anwendung
von  Buchstaben  schien  mir  den  Anforderungen  zu  genügen,  die  man
gerne  stellen  möchte.  Wollte  man  auch  vorläufig  keinen  einfachen
selbstständigen  Namen  geben,  so  liesse  sich  doch  auf  irgend  eine
Art  die  Beziehung  ausdrücken,  in  welcher  die  Species  der  früher
vorhandenen  Krystalle  zu  der  Species  der  nun  noch  übrigen  steht.
Analog  dem  Worte  „Paläontologie“,  die  sich  ja  auch  auf  Species
bezieht,  die  nicht  mehr  lebend  existiren,  bot  sich  wie  von  selbst
die  Verbindung  des  Namens  derjenigen  Species,  welche  nun  übrig
ist,  mit  dem  Vorsatze  „Paläo“  dar,  so  dass  die  nach  Scheerers
Annahme  ursprüngliche  Bildung  ein  Paläo-Natrolith  gewesen
wäre,  während  das  was  Werner  Spreustein  genannt  hat,  einfach
Natrolith  ist,  aber  in  Pseudomorphosen,  oder  wie  Scheerer ­
  es  nimmt,  in  Paramorphosen  nach  Pseudo-Natrolith.
            
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