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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Die  Farben  des  Mausits.

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es  mir  möglich  ist,  aus  bereits  eingeleiteten  Krystallisationsprocessen
  grössere  Individuen  zu  erhalten,  an  welchen  vielleicht  später
eine  und  die  andere  Beobachtung  sich  mit  grösserer  Schärfe  anstellen ­
  hissen  wird.
Die  Krystalle  des  Mausits  sind  übereinstimmend  mit  Hrn.  Prof.
Scheerer’s  Angabe,  regelmässig  sechsseitige  Prismen;  die  mir
vorliegenden  Krystalle  etwa  eine  halbe  Linie  in  jeder  Richtung  haltend, ­
  doch  sind  auch  mehrere  derselben  in  vollkommen  paralleler
Stellung  hei  gleicher  Dicke  zu  sechsseitigen  Krystalltafeln  gruppirt,
welche  his  drei  Linien  messen.  Anstatt  der  Erdfläche  erscheint  ein
ganz  flaches  Quarzoid.
Bei  der  Dicke  von  einer  halben  Linie  erschienen  mir  nun  nach
der  gewöhnlichen  mineralogischen  Farbenbenennung  die  folgenden
Farbentöne,  Farbe  der  Basis  0  hyacinthroth,
Farbe  der  Axe  E  ölgrün.  Der  Gegensatz
der  Farbe  ist  ungemein  deutlich,  er  steigert
sich  hei  grösserer  Dicke;  das  hellere  01-griin
  wird  zwar  auch  etwas  intensiver,  mehr
gelb,  aber  anstatt  des  rothen  Tones  erscheint ­
  ein  wirkliches  Schwarz,  der  Krystall  ist  in  der  Richtung  der
Axe  undurchsichtig;  Platten  von  Mausit,  der  Axe  parallel,  eine
Linie  dick  geschnitlen,  zwischen  zwei  polirte  Glasplatten  geklebt,
würde  man  wie  den  besten  Turmalin  anwenden  können.  So  dick  sind
nun  freilich  diese  kleinen  Prismen  und  Tafeln  nicht,  aber  man  vergleicht ­
  ja  auch  die  Töne  am  Besten  durch  die  dichroskopische  Loupe,
so  wie  es  oben  der  Holzschnitt  zeigt.  Bei  geringerer  Dicke  wird
aber  auch  das  Hyacinthroth  heller,  es  geht  in  Leherbraun  über,  das
selbst  immer  mehr  Gelb  erscheinen  lässt  und  durch  ein  wahres  ÖIgrün
  nicht  zu  unterscheiden  von  der  Axenfarbe  anderer  Individuen
in  noch  hellere  Töne  übergeht.  Wenn  man  einen  Krystall  mit  dem
Messer  zerdrückt,  und  die  Splittern  hei  etwa  sechzigfacher  Vergrösserung
  untersucht,  so  nähern  sich  die  zwei  gelben  Töne  ungemein, ­
  nur  dass  der  eine  beinahe  farblos  ist.  Neuere  Mikroskope  sind
schon  häufig  auch  für  polarisirtes  Licht  eingerichtet.  Wo  dies  nicht
der  Fall  ist,  genügt  es,  ein  Doppelspath-Rhomboeder  zwischen  das
Ocular  und  das  Auge  zu  bringen.  Auf  der  andern  Seite  sind  aber
schon  die  oben  erwähnten  breitem  tafelartigen  Krystallgruppen
bereits  so  dunkel,  dass  sie  den  leberbraunen  Ton  erreicht  haben,  die
            
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