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Kenngott.
10. Bergholz von Sterzing in Tirol. Nachdem durch
die Untersuchungen Thaulow’s dargethan worden ist, dass das
sogenannte Bergholz von Sterzing in Tirol weder fasriger Augit,
noch fasrige Hornblende ist, und eine Reihe mit dem Namen Asbest
oder Amianth belegter Minerale auch nicht als jenen beiden Mineralien
nach den Untersuchungen von Kobell's angeboren, welche
er mit dem Namen Chrysotil belegte, so scheint es, dass nur der
letztere eine eigene Species ist, das Bergholz jedoch eine Pseudomorphose,
und zwar wahrscheinlich des Chrysotils, sei. Ich verglich
auf das Genaueste alle in den Sammlungen des k. k. Hof-Mineralien-Cabinetes
befindlichen Exemplare des sogenannten Bergholzes
mit einander, mit Chrysotil und wasserfreien, faserigen
Silikaten und fand, dass man durch die Farbenunterschiede des
Bergholzes, welche nicht nur an verschiedenen, sondern auch an
demselben Stücke oft zu sehen sind, sehr wohl zu der Ansicht geführt
werden könne, dass das Bergholz ursprünglich grün gewesen, und
dass die wesentlichen Bestandtheile desselben Eisenoxydul, Talkerde,
Kieselsäure und Wasser gewesen sind, durch eine eingetretene allmähliche
Veränderung das Eisenoxydul sich in Eisenoxyd verwandelt
und durch Ausscheidung eines Theiles der Talkerde sich der Gehalt
an Talkerde verringert habe. Diese Ansicht wird auch dadurch
unterstützt, dass Bergholz, welches grüne oder bräunlichgrüne
Farbe zeigt, glänzender ist, als das braune, und das specifisehe Gewicht
des letztem geringer ist, als das des ersteren.
Das specifisehe Gewicht wurde an ganz reinen Stücken bestimmt
und bei grünlich gefärbten = 2'06, bei braunen = 2-4S---2-40
gefunden. Die gefundenen Zahlen sind bedeutend höher, als
Wiedemann dasselbefand, nämlich als die Zahl2-051. Worin
die Differenz begründet sei, lässt sich nicht entscheiden, nur habe
ich zu bemerken, dass ich die zur Wägung bestimmten Stücke
nach der Bestimmung des absoluten Gewichts in destillirtem Wasser
bis zum Kochen erhitzte und sie im Wasser lange liegen liess, damit
die in den Zwischenräumen befindliche Luft möglichst entfernt
wurde, welche bei der oft sehr lockeren Verbindung der Fasern das
Bergholz so auffallend leicht erscheinen lässt. Zur Controle wurde
das verwendete Material getrocknet und nach längerer Zeit wiederum
nachgewogen, um mich zu überzeugen, dass nicht durch das Kochen
Theilchen verloren gegangen waren, so wie auch vorher darauf