Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

388

Kenngott.

10.  Bergholz  von  Sterzing  in  Tirol.  Nachdem  durch
die  Untersuchungen  Thaulow’s  dargethan  worden  ist,  dass  das
sogenannte  Bergholz  von  Sterzing  in  Tirol  weder  fasriger  Augit,
noch  fasrige  Hornblende  ist,  und  eine  Reihe  mit  dem  Namen  Asbest
oder  Amianth  belegter  Minerale  auch  nicht  als  jenen  beiden  Mineralien ­
  nach  den  Untersuchungen  von  Kobell's  angeboren,  welche
er  mit  dem  Namen  Chrysotil  belegte,  so  scheint  es,  dass  nur  der
letztere  eine  eigene  Species  ist,  das  Bergholz  jedoch  eine  Pseudomorphose,
  und  zwar  wahrscheinlich  des  Chrysotils,  sei.  Ich  verglich ­
  auf  das  Genaueste  alle  in  den  Sammlungen  des  k.  k.  Hof-Mineralien-Cabinetes
  befindlichen  Exemplare  des  sogenannten  Bergholzes ­
  mit  einander,  mit  Chrysotil  und  wasserfreien,  faserigen
Silikaten  und  fand,  dass  man  durch  die  Farbenunterschiede  des
Bergholzes,  welche  nicht  nur  an  verschiedenen,  sondern  auch  an
demselben  Stücke  oft  zu  sehen  sind,  sehr  wohl  zu  der  Ansicht  geführt
werden  könne,  dass  das  Bergholz  ursprünglich  grün  gewesen,  und
dass  die  wesentlichen  Bestandtheile  desselben  Eisenoxydul,  Talkerde,
Kieselsäure  und  Wasser  gewesen  sind,  durch  eine  eingetretene  allmähliche ­
  Veränderung  das  Eisenoxydul  sich  in  Eisenoxyd  verwandelt
und  durch  Ausscheidung  eines  Theiles  der  Talkerde  sich  der  Gehalt
an  Talkerde  verringert  habe.  Diese  Ansicht  wird  auch  dadurch
unterstützt,  dass  Bergholz,  welches  grüne  oder  bräunlichgrüne
Farbe  zeigt,  glänzender  ist,  als  das  braune,  und  das  specifisehe  Gewicht ­
  des  letztem  geringer  ist,  als  das  des  ersteren.
Das  specifisehe  Gewicht  wurde  an  ganz  reinen  Stücken  bestimmt ­
  und  bei  grünlich  gefärbten  =  2'06,  bei  braunen  =  2-4S---2-40
  gefunden.  Die  gefundenen  Zahlen  sind  bedeutend  höher,  als
Wiedemann  dasselbefand,  nämlich  als  die  Zahl2-051.  Worin
die  Differenz  begründet  sei,  lässt  sich  nicht  entscheiden,  nur  habe
ich  zu  bemerken,  dass  ich  die  zur  Wägung  bestimmten  Stücke
nach  der  Bestimmung  des  absoluten  Gewichts  in  destillirtem  Wasser
bis  zum  Kochen  erhitzte  und  sie  im  Wasser  lange  liegen  liess,  damit
die  in  den  Zwischenräumen  befindliche  Luft  möglichst  entfernt
wurde,  welche  bei  der  oft  sehr  lockeren  Verbindung  der  Fasern  das
Bergholz  so  auffallend  leicht  erscheinen  lässt.  Zur  Controle  wurde
das  verwendete  Material  getrocknet  und  nach  längerer  Zeit  wiederum
nachgewogen,  um  mich  zu  überzeugen,  dass  nicht  durch  das  Kochen
Theilchen  verloren  gegangen  waren,  so  wie  auch  vorher  darauf
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.