Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Mineralogische  Notizen.

387

beträchtlich  viel  Gold,  welches  in  den  gewöhnlichen  moos-  und  haarförmigen ­
  verästelten  Gestalten  und  in  kleinen,  unter  der  Loupe  deutlichen ­
  Krystallen  durch  den  Krystall  verbreitet,  als  ein  seltener  Einschluss ­
  vorkommt.  Dabei  ist  noch  zu  bemerken,  dass  der  Quarzkrystall
  von  aussen  weiss  oder  graulichweiss  ist,  und  man  wegen  seiner
äusserstgeringenDurchscheinheit  das  Gold  nicht  sieht.  Er  ist  aber  nicht
durchweg  weiss,  sondern  er  hat  nur  eine  weisse  Rinde,  während
das  Innere  farblos  ist,  und  in  der  farblosen  Masse  ist  gerade  das
Gold  vertheilt.  Man  würde  es  unter  diesen  Umständen  nicht  gesehen
haben,  wenn  nicht  zufällig  der  in  den  Sammlungen  des  k.  k.  Hof-Mineralien-Cabinetes
  befindliche  einzelne  Krystall  ein  abgebrochener ­
  wäre,  wesshalb  das  eingeschlossene  Gold  sichtbar  wird,  so  wie
die  sichtliche  Verschiedenheit  der  weisseren  Rinde  von  dem  farblosen
oder  wenig  graulichen  Innern.  Der  zerbrochene  Krystall  zeigt  nebenbei ­
  noch  zwei  ziemlich  deutliche  Spaltungsflächen,  und  ist  aussen
mit  einem  dunkelstahlgrauen  Minerale  stellenweise  bekleidet,  welches
höchstwahrscheinlich  Sprüdglaserz  ist.
9.  Quarz.  Kugelbildung  desselben.  In  Rücksicht  auf
frühere  Mittheilungen  über  Kugelbildungen  des  Quarzes,  wovon  ich
interessante  Exemplare  in  dem  k.  k.  Hof-Mineralien-Cabinete  vorfand,
kann  ich  wieder  ein  neues  Reispiel  anführen.  Es  stammt  dasselbe
aus  der  französischen  Champagne  und  stellt  ein  durchlöchertes,
drüsiges  Stück  dar,  welches  aus  graulichgelben  Chalcedonkugeln
oder  aus  solchen  umkleidet  mit  radialgestellten  Quarzkrystallen
besteht.  Die  Chalcedonkugeln,  welche  in  ihrem  Inneren  eine  concentrisch-schaalige
  Absonderung  zeigen,  bildeten  sich  zuerst,  nachher
aber  trat  die  krystallinische  Tendenz  entschieden  hervor,  und  die
Chalcedonkugeln  wurden  durch  Quarzkrystalle  vergrössert,  welche
sich  um  die  Chalcedonkugeln  in  stengligen  Krystalloiden  mit  freien
Enden  ansetzten  und  dadurch  Kugeln  entstanden,  welche  der  Hauptmasse ­
  nach  aus  radialstengligem  Quarz  bestehen,  und  im  Innern
einen  kugligen  Chalcedonkern  enthalten.  Einzelne  der  Kugeln  enthalten ­
  auch  keinen  derartigen  Kern,  und  bildeten  sich  somit  später,
als  die  Chalcedonbildung  beendet  war.  Die  während  der  Rildung  in
einem  Fluidum  schwebend  erhaltenen  Kugeln  verschiedener  Grösse
wurden  nach  ihrem  Niederfallen  durch  derbe  Quarzmasse  verbunden,
und  bildeten  somit  ein  drüsiges  Ganzes,  welches  aus  der  verschiedenen ­
  Ansicht  der  Oberfläche  auf  den  Vorgang  schliessen  lässt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.