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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

telegraphischen  Correspondiren  in  grosse  Entfernungen.  377

Addirt  man  die  letzten  drei  Gleichungen,  um  die  summatorische ­
  Kraft  zu  erhalten,  die  angewendet  werden  musste,  um  die
Stromstärke  J  von  A  bis  D  zu  fördern,  so  erhält  man
K  +  K  +  K"  =  JW+  JW  +JW”

woraus  folgt,  dass
(II)

K  +  K'  +  K"
W  +  W'  +  W"‘

Aus  der  Gleichung  I  und  II  ergibt  sich,  dass  J'  gleich  ist  dem
J,  oder  dass  man  hei  den  gemachten  Voraussetzungen  in  beiden
Fällen  dieselbe  Wirkung  erhält.
Da  jedoch  bei  der  Verbindung  der  Stationsbatterien  zu  einer
Säule  der  Widerstand  der  Translatoren,  der  bei  einem  jeden  nach
meinen  Messungen  gegen  7  Meilen  des  in  Österreich  benützten  dünneren, ­
  und  gegen  9  Meilen  des  dickeren  Telegraphendrathes  beträgt,
wegfällt,  und  da  auch  der  Widerstand  der  Erde  in  einem  geringeren
als  geraden  Verhältnisse  mit  den  Entfernungen  zunimmt,  wie  Theorie
und  Erfahrung  lehren;  so  ist  leicht  einzusehen,  dass  das  J'  grösser
ausfallen  muss,  als  J.  Dieses  führt  zur  Ersparniss  an  Kraft,  die  bei
einer  langen  Linie  so  bedeutend  werden  kann,  dass  man  irgend  eine
Zwischenstation  wird  überspringen,  d.  h.  ihre  Batterie  entbehren
können.
Meine  Versuche  zeigen,  dass  es  in  Bezug  der  Stärke  des  Stromes
gleichgültig  ist,  ob  man  einen  beliebigen  Widerstand  zwischen  die
Endpole  einer  Säule  einschaltet,  oder  denselben  theilweise  zwischen
die  Elemente  oder  Theile  der  Säule  wie  immer  vertheilt.  Ferner
beweisen  meine  Versuche,  dass  sich  die  telegraphischen  Zeichen
durch  die  ganze  Kette  der  so  zerstreuten  Säule  ungestört  fortpflanzen,
sie  mögen  an  welch’  immer  Stelle  der  Kette  gegeben  werden,
und  dass  man  denselben  Strom,  mit  welchem  von  A  nach  D  telegrafiert ­
  wird,  benützen  kann  zum  Telegraphiren  von  D  nach  A,  ohne
vorerst  eine  Umlage  oder  Einschaltung  der  Batterie  in  D  vornehmen
zu  müssen.  Ebenso  wurde  durch  meine  Versuche  festgestellt,  dass,
wenn  man  aus  verschieden  grossen  Batterien,  deren  jede  bei  ihrem
gesammten  Widerstande  den  Strom  i  gibt,  eine  einzige  Kette  bildet,
diese  zusammengesetzte  Kette  dieselbe  Stromstärke  i  hat,  im
Falle  nur  der  gesammte  Widerstand  der  Theilbatterien  beibehalten
worden  ist.
            
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