Uochleder und Schwarz. Nachschrift zur Pinus sylvestris. 371
Nachschrift zu der Untersuchung von Pinus sylvestris
des Hm. Kawalier.
Von Fr. Rochlcder und Dr. R. Schwär*.
Hr. Kawalier hat unter den Bestandtlieilen der Nadeln, Rinde
und Borke von Pinus sylvestris einen interessanten Körper unter
dem Namen Pinipicrin aufgeführt. Dieser Körper hat eine ausserordentliche
Ähnlichkeit mit dem Ericolin, das wir in Calluna vulgaris
und Rhododendron ferrugineum, Hr. Kawalier in Arctostaphylos
ofßcinalis und Dr. E.W illigk in Le: dum palustre, Hr.Kuberth
in Erica herhacea auffanden. Das ätherische Öl das aus dem Pinipicrin
bei der Einwirkung verdünnter Mineralsäuren bei höherer Temperatur
entsteht, ist identisch mit dem Ericinol, das unter denselben
Verhältnissen aus dem Ericolin gebildet wird. Wir haben das Ericolin,
um es mit dem Pinipicrin vergleichen zu können, aus Ledum
palustre dargestellt, das viel mehr davon enthält, als die übrigen
oben genannten Pflanzen, obwohl die Menge davon im Ganzen sehr
unbedeutend ist.
Die Blätter und Zweige von Ledum palustre wurden zerkleinert,
und in siedendes, dcstillirtes Wasser geworfen. Nach mehrstündigem
Kochen wurde das Decoet durch Leinwand filtrirt, mitdreibasiscli-essigsaurem
Bleioxyde versetzt und der gelbe Niederschlag
durch ein Filter von der Flüssigkeit getrennt. Diese Letztere wurde
in einer Retorte auf ein Drittheil des Volumens abdestillirt und die
dabei ausgeschiedenen Mengen von Bleisalz abfiltrirt. Das Filtrat
wurde mit Schwefelwasserstoff behandelt, das Schwefelblei entfernt,
und die Flüssigkeit zur Extractdicke eingedampft. Dieses Extract
wurde mit einem Gemenge von wasserfreiem Weingeist und Äther
behandelt, wobei sich das Ericolin löst und eine klebrige Masse
zurückbleibt, die bald krystallinisch wird von der grossen Menge
Zucker, die sie enthält. Nach dem Abdestilliren des Alkohols und
Äthers wird der honigdicke Rückstand mit Alkohol und Äther von
neuem behandelt und dieses Verfahren wiederholt, bis der Körper
ohne Rückstand in diesem Gemische löslich ist. Das bei 100° C. getrocknete,
intensiv-bittere, braungelbe Ericolin ist nicht spröde wie das
Pinipicrin, sondern klebend. Es gab bei der Analyse folgende Zahlen:
0-341 Ericolin gaben 0 ■ 5780 Kohlensäure und 0 -1 OTS Wasser.
0-511S Ericolin gaben 0-0545 Asche.