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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Ka  vvalier.

Die  harzige  Masse  der  Nadeln  von  Pinus  sylvestris  bestellt
demnach  aus  einem  Gemenge  eines  Hai-zes  mit  wenig  Öl  und  chinoviger
  Säure  und  etwas  mehr  von  Ceropinsäure.
Wie  Eingangs  erwähnt  wurde,  setzt  sieh  diese  klebende  Harzmasse
  aus  einer  etwas  trüben,  wässerigen  Flüssigkeit  ab,  auf  deren
Bestandteile  ich  hier  zurückkomme.  Wird  diese  Lösung  mit  einigen
Tropfen  Bleizuckerlösung  versetzt,  so  lässt  sie  sich  klar  filtriren,  was
ohne  diesen  Zusatz  nicht  ausführbar  ist.  Die  filtrirte  Flüssigkeit,
mit  Bleizuckerlösung  vermischt,  gibt  einen  Niederschlag,  der  abfiltrirt
wird.  In  der  abgelaufenen  Flüssigkeit  gibt  dreibasisch-essigsaures
Bleioxyd  von  neuem  eine  Fällung,  die  ebenfalls  auf  einem  Filter
gesammelt  wird.  Die  Fällung  mit  basisch-essigsaurem  Bleioxyde  wird
bei  Siedhitze  vorgenommen,  der  Niederschlag  erst  nach  dem  Erkalten
der  Flüssigkeit  aufs  Filter  gebracht.  Die  abtropfende  Flüssigkeit
wird  durch  einen  Strom  von  Schwefelwasserstoff  von  Blei  befreit,
vom  Zutritt  der  Luft  geschützt,  in  einen  Strom  von  Kohlensäure  eingedampft. ­
  Der  Rückstand  von  Extractconsistenz  wird  mit  einem
Gemenge  von  wasserfreiem  Alkohol  und  Äther  ausgezogen.  Durch  etwas
basisch-essigsaures  Bleioxyd  kann  man  noch  eine  kleine  Menge  der
Substanzen  ausfällen,  welche  in  grösserer  Mengein  den  oben  erwähnten ­
  Bleisalzen  enthalten  sind,  die  Flüssigkeit  mit  Schwefelwasserstoff ­
  behandeln,  vom  Sclnvefelblei  abfiltriren  und  verdunsten.  Bas
Lösen  des  Rückstandes,  der  nach  dem  Abdestilliren  des  Äthers  und
Alkohols  bleibt,  in  neuen  Mengen  von  wasserfreiem  Alkohol,  der
mit  Äther  vermischt  ist,  wird  so  oft  wiederholt,  bis  dabei  keine  Spur
ungelöst  zurückbleibt.  Nach  dem  Verdunsten  der  gereinigten  Lösung
bleibt  ein  lichtgelbbraunes,  in  Alkohol,  einem  Gemische  von  Alkohol
und  Äther  und  Wasser  lösliches,  in  reinem  Äther  unlösliches,  amorphes, ­
  intensivbitteres,  zu  einem  gelblichen  Pulver  zerreibbares  Product ­
  zurück.
Die  wässerige  Lösung  mit  Salzsäure  oder  Schwefelsäure
erwärmt,  gibt  augenblicklich  denselben  Geruch,  den  unter  diesen
Umständen  das  Ericolin  entwickelt,  es  scheidet  sich  dabei  ätherisches ­
  Öl  aus,  das  sich  äusserst  leicht  verharzt.  Ich  will  diesen
Bitterstoff  Pinipicrin  nennen.  Im  luftleeren  Raume  getrocknet  gab
es  bei  der  Analyse  folgende  Zahlen.
0-4010  Substanz  gaben  0-8158  Kohlensäure  und  0-27S  Wasser,
oder  in  100  Theilen:
            
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