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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Kawalier.

Über  Pinus  sylvestris.
Von  A.  Kawalier.
Die  Bäume,  welche  gefällt  wurden,  um  das  Material  zur  vorliegenden ­
  Untersuchung  zu  geben,  waren  60  bis  80  Jahre  alt.  Die
Nadeln,  die  Rinde,  Borke  und  das  Holz  wurden  mechanisch  von  einander ­
  getrennt  und  jeder  Theil  für  sich  in  Arbeit  genommen.
A.  Die  Nadeln.
Die  zerschnittenen  Nadeln  wurden  mit  40gradigem  Weingeist
ausgekocht,  das  weingeistige  Decoct  im  Wasserbade  der  Destillation
unterworfen  und  der  Rückstand  mit  Wasser  vermischt.  Man  erhält
auf  diese  Art  eine  wässerige,  etwas  trübe  Flüssigkeit  und  eine  dunkelgrüne, ­
  klebrige,  vogelleimartige  Harzmasse.  Mit  dem  Weingeist  geht
bei  der  Destillation  der  grösste  Theil  des  flüchtigen  Öles  der  Nadeln
über,  nur  ein  kleiner  Theil  bleibt  bei  dem  Harze  zurück,  das  seinen
Geruch  diesem  zurückgebliebenen  Antheil  des  ätherischen  Öles  verdankt. ­
  Ich  lasse  hier  die  Resultate  folgen,  welche  sich  bei  der  Untersuchung ­
  des  Harzes  ergeben  haben  und  komme  später  auf  die  wässerige ­
  Flüssigkeit  wieder  zurück.
Das  in  Alkohol  und  Äther  lösliche  Harz  wurde  in  40gradigem
Weingeist  gelöst,  die  Lösung  mit  alkoholischer  Bleizuckerlösung
gefällt,  der  entstandene  Niederschlag  auf  einem  Filter  gesammelt  und
mit  Weingeist  gewaschen.  Er  wurde  hierauf  mit  Weingeist  zu  einem
gleichmässigen,  dünnen  Brei  zerrieben  und  dieser  mit  einem  Strom  von
Schwefelwasserstoffgas  behandelt.  Die  Flüssigkeit  wird  mit  dem
Schwefelblei  erhitzt  und  siedend  vom  Schwefelblei  abfiltrirt.  Aus  dem
Filtrat  scheidet  sich  beim  Erkalten  eine  gelblichweisse,  flockige  Substanz ­
  aus.  Diese  wurde  abermals  in  heissem  Weingeist  gelöst,  die
Lösung  mit  Thierkohle  behandelt  und  die  beim  Erkalten  sich  abscheidende ­
  Masse  durch  wiederholtes  Lösen  in  heissem  Weingeist  vollkommen ­
  gereinigt.  Dieser  Körper  ist  im  reinen  Zustande  weiss,  zeigt  sich
unter  dem  Mikroskope  als  ein  Aggregat  von  Krystallen,  ist  leicht  zerreiblich, ­
  bei  100°  C.  vollkommen  flüssig  und  erstarrt  beim  Erkalten
zu  einer  Masse,  die  vom  Bienenwachse  im  Äussern  nicht  zu  unterscheiden ­
  ist.
            
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