Beitrage zur Naturgeschichte der Insecten.
29
gleich breit, gelbbraun, dünnhornig, am Ende abgerundet; es sind
zwar keine Taster sichtbar, aber gegen den abgerundeten Vorderrand
ist eine kleine runde Vertiefung, und etwas weiter unten eine
zweite, merklich grössere ähnliche, in welcher ein kugeliges Glied
sichtbar ist: das Kaustück, der grösste Tlieil dieses Organes, ist gegen
innen verdünnt und bis zur Mitte ausgebogen, an dem Oberrande
mit sieben abgerundeten, und auch abgerundet ausgeschnittenen
kurzen Zähnen bewehrt; der Hinterrand ist gerade, aber sehr verdickt,
wie auch der schräge, etwas ausgebuchtete Grund. Die Unterlippe
mit dem Kinn verwachsen, fast so lang als die Unterkiefer, beinahe
halb so breit als lang, mehr als balbkreisrund ausgebogen, '/ 3
schmäler als das Kinn, fast so lang als breit; Taster konnte ich aller
angewandten Mühe ungeachtet, keine entdecken; das Kinn, an den
Seiten des Vjorderrandes dornig, unter diesen, etwas eingebuchtet
und am Hinterrande abgerundet, ist wie die Lippe, braunhornig, wenig
gewölbt und glatt.
Die Puppe ist walzenförmig, beinahe % kürzer, aber y 4 dicker
als die Larve, ist vorne ober dem Kopfe etwas ausgeschnitten, wodurch
sich Spitzen wie ein paar Dornen bilden; die Flügelscheiden,
zwischen welchen die Beine bis an den Vorderrand des vorletzten
Hinterleibsabschnittes reichen, liegen flach an den Bauchseiten, und
überdecken noch den halben fünften Leibesabschnitt; an den Seiten der
Hinterleibsabschnitte sind, als Stellvertreter der Stigmaten, häutige,
bedeutend vorragende Hautwärzchen, ohne bemerkbare Öffnung.
Bouche hat in seiner Naturgeschichte der Insecten, I. Lieferung
Seite 38 Sciara vUripennis Meig. beschrieben und sowohl Larve
als Puppe abgebildet, aber letztere, wahrscheinlich nur nach einem
leeren Balg Taf. III, Fig. 13, abgebildet, daher nicht ganz deutlich,
und für die Wissenschaft ungenügend, gegeben.
Die Fliege selbst ist bei Meigen a. a. 0. gut aber sehr kurz,
die Zeugungstheile auch nur im Allgemeinen undeutlich beschrieben
und noch unkenntlicher abgebildet; daher gebe ich diese von beiden
Geschlechtern deutlich, und nach dem Lehen vergrössert abgebildet.
Die männlichen Tlieile bestehen aus den sogenannten beiden
Zangenlappen, welche dunkelbraun, lederig, sammtartig kurz behaart,
dreigliederig, und dreimal so lang als der Kopf sind; das erste
oder Grundglied ist länglich eiförmig, fast nochmal so lang als die
beiden folgenden zusammen, und halb so dick als lang, am Grunde