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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Ilochleder  und  Schwarz..

Fremy  stellte  Versuche  zur  Ausmittelung  der  Zusammensetzung  des
Saponin  an.  Die  von  ihm  hei  der  Analyse  erhaltenen  Zahlen  stimmen
mit  der  Formel  C a6  H 2i  0 16  oder  C a4  H 2i  O lb  die,  wie  wir  später
zeigen  werden,  noch  ein  Äquivalent  Wasser  mehr  enthält,  als  in
dem  bei  100°  C.  getrockneten  Saponin  enthalten  ist.  Fremy  fand
ferner  in  den  Früchten  der  Rosskastanie  eine  Substanz  die  in  Wasser
leicht,  in  Weingeist  um  so  schwerer  löslich  war,  als  dieser  weniger
Wasser  enthielt,  die  sich  in  Äther  nicht  löste,  deren  wässerige  Lösung ­
  stark  schäumte  und  durch  Erwärmen  bei  Gegenwart  von  Säuren
in  eine  Säure  überging,  die  in  Wasser  unlöslich  ist  und  sich  in  Form
von  weissen  Flocken  ausscheidet.  Diese  Säure,  welche  nach  Fremy
mit  Alkalien  krystallisirte  Salze  gibt,  und  sich  auch  bei  Einwirkung
von  Alkalien  auf  den  Stoff  der  Rosskastanien  bildet,  hat  er  Äsculinsäure
  genannt.  Da  die  Löslichkeitsverhältnisse  des  Saponins  in
Wasser,  Alkohol  und  Äther  dieselben  sind,  wie  bei  dem  Stoffe  der
Rosskastanien,  da  ferner  die  wässerige,  schäumende  Lösung  des
Saponin  heim  Erhitzen  nach  Zusatz  einer  Mineralsäure  ebenfalls
unter  Ausscheidung  weisser  Flocken  zersetzt  wird,  hat  Fremy
den  Stoff  der  Rosskastanienfrüchte  für  identisch  mit  dem  Saponin
erklärt.  Der  Äsculinsäure  gibt  Fremy  die  Formel
c 5ä  «46  0 34  =  2.(C lf  ^4  016  —  0 a )  —  04
Saponin.
Da  es  uns  nicht  gelang,  aus  dem  Saponin  eine  Säure  von  den  Eigenschaften ­
  der  Äsculinsäre  von  Fremy  darzustellen,  so  ist  entweder
der  Stoff  der  Rosskastanien  nicht  Saponin  oder  die  Angaben  über  die
Äsculinsäure  müssten  unrichtig  sein,  was  erst  durch  eine  Untersuchung ­
  der  Rosskastanien  ausgemittelt  werden  kann.
Das  Saponin  wurde  später  auch  in  der  Wurzel  von  Gypsophila
fastigiata  L..  G.  altissima  L.,  und  G.  acutifolia  Fisch,  nacligewiesen.
  M  a  1  a  p  e  r  t  fand  Saponin  in  Dianthus  caryophyllus  L.,
D.  Cart.husianorum  L.,  D.  Caesius  L.,  D.  prolifer  L.,  in  Silane
influta  L.,  in  allen  Theilen  von  Silene  nutans  L.  mit  Ausnahme
des  Samens,  in  Lychnis  calcedonica  L.,  Lychnis  /los  Cuculi  L.
und  der  Wurzel  von  Lychnis  vespcrtina  Sibth.,  ebenso  in  der
Wurzel  und  den  Samen  von  Agrostemma  Githago  L.  In  der  Rinde
von  Quillaja  Saponaria  ist  nach  Le  Reuf  eine  grosse  Menge  von
Saponin  enthalten.  In  Anagallis  arvensis  L.  und  A.  coerulea
Schreb.  ist  nach  den  Versuchen  von  Malapert  ebenfalls  Saponin
            
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