Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

324

H  e  c  k  e  1.

Chiavon  einer  anderen  und  zwar  jüngeren  Bildung  angehören,  als
jene  des  Monte  Bolca;  ferner,  dass  sie  mit  den  Schichten  von  Aix  und
Unter-Kirchberg  gleichzeitig  entstanden  sein  müssen,  mit  einem
Worte,  aus  der  mioceenen  Periode  herrühren  und  endlich,  dass
zurZeit  der  Ablagerungen  von  Chiavon,  Aix  und  Unter-Kirchberg
ein,  dem  gegenwärtig  tropischen,  ähnliches  Verhältniss  unter  jenen
Breitegraden  geherrscht  haben  müsse.
Ctalcodes  priscus.  Heck.
Gewöhnlich  sind  es  nur  zerstreute  Zähne,  einzelne  Wirbel  oder
Flossenstacheln,  welche  uns  von  den  zahlreichen  Haien  der  Vorwelt
erübrigen  und  die  Erforschung  der  Gattungen,  welchen  sie  einst
nahe  gestanden,  oder  gar  angehört  hatten  sehr  erschweren,  denn
selbst  bei  dem  Zahnbau,  dem  sichersten  Stützpunkte  zoologischer
Eintheilung,  darf  man  besonders  bei  diesen  Thieren,  die  höchst  abweichenden, ­
  ja  ganz  heterogenen  Zahngestalten,  welche  oft  in  einem
und  demselben  Rachen  jetzt  lebender  Arten  Vorkommen,  nicht  unberücksichtiget
  lassen.  Nicht  minder  schwierig  ist  die  Untersuchung
nach  blossen  Schuppen  wie  es  hier  der  Fall  ist,  wo  ein  olmgefähr
3  Quadratzoll  enthaltendes,  wellig  zusammengeschobenes  Stück  Haut
die  sie  einst  bedeckenden  Schüppchen  hinterliess.  Müller  und  H  e  nl  e
haben  zwar  in  ihrem  vortrefflichen  Werke  über  die  Plagiostomen,  die
in  jeder  Gruppe  herrschende  Schuppenform  sorgfältig  hervorgehoben
und  ihre  Angaben  würden  mir  allein  schon  Bürge  gewesen  sein  nach
den  vorliegenden  Überresten  auf  eine  eigenthümliche  Art  von  Haien
schliessen  zu  müssen.  Da  es  aber  bei  diesem  Werke,  wo  den  Autoren ­
  andere  zoologische  Merkmale  hinreichend  zu  Gebote  standen,  für
überflüssig  erachtet  werden  konnte,  auf  eine  so  skrupulöse  Betrachtung ­
  des  Schuppenbaues  einzugehen,  wie  sie  bei  Untersuchung  einzelner ­
  fossiler  Schuppen  unerlässlich  ist,  so  nahm  ich  an  sämmtliclien
  in  der  k.  k.  Sammlung  befindlichen  Haien  hierin  eine  genaue
Prüfung  vor.  Alle  Angaben  Müller  und  Henle’s  fanden  sich  dabei
hinreichend  bestätiget,  nur  konnte  ich  auch  hier  so  wie  dort  den
ausgezeichneten  meinen  fossilen  Schuppen  eigenen  Charakter  nicht
entdecken.
An  lebenden  Squaliden  haben  die  Schuppen  bald  eine  schmälere,
bald  eine  breitere  blattförmige  Gestalt,  zuweilen  sind  sie  dünn  wie
Haare,  körnig  oder  erheben  sich  als  kurze  vierkantige  Pyramiden.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.