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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Beiträge  zur  Naturgeschichte  der  Insecten.

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Figur  9.  Ein  Fühler  der  Larve.
„  10.  Eine  After-Seitenröhre.
„  11.  Durchschnitt  eines  angefressenen  Schwammes.

Naturgeschichte,  Beschreibung  und  Abbildung  der  Sciara  fuscipes  Meig.
Meig.  Taf.  I,  pag.  280  —  Nr.  5.
Ich  erzog  diese  Fliegen  schon  mehrere  Male  und  zu  verschiedenen ­
  Jahreszeiten  aus  Eiern,  welche  ich  durch  befruchtete  Weibchen ­
  im  gesperrten  Raume,  in  mit  faulen  Schwämmen  gemengte
feuchte  und  feine  Walderde  ablegen  Hess,  und  beobachtete  auf  diese
Art  mehrfältig  ihre  vollkommene  Lebensgeschichte.
Die  Weibchen  legen  an  schattigen  Orten  in  mit  faulen  Schwämmen ­
  oder  sonstigen  Vegetabilien  gemengte  Erde  ihre  Eierchen  in
kurzen  Schnüren  zu  sechs  bis  zehn,  und  im  Ganzen  fünfzig  bis  sechszig
  an  einem  Orte  ab.
Aus  diesen  entwickeln  sich  bei  gewöhnlicher  mittlerer  Wärme  von
12  bis  IS  Graden  nach  acht  bis  zehn  Tagen,  besonders  bei  feuchter
Witterung  die  Larven,  häuten  sich  durch  die  verschiedenen  Temperatur-Verhältnisse ­
  im  Freien,  in  sehr  unregelmässiger  Zeit,  von  sechs
bis  zwanzig  und  mehr  Tagen,  dreimal,  im  gesperrten  Raume  aber
unter  fast  gleichmässiger  Wärme,  zwischen  sechs  und  acht  Tagen;
auch  kommt  nach  ähnlicher  Zeit  aus  der  Puppe  die  Fliege  zum  Vorschein, ­
  indem  sich  die  Larve  zur  Verwandlung  in  die  Puppe  beinahe
an  der  Oberfläche  der  Erde  vorher  ein  Tönnchen  knetet,  wo  vor  der
Entwickelung  zur  Fliege  sich  die  Puppe  zur  Hälfte  herauswindet.
Die  Häutungen  und  Verwandlungen  gehen  meistens,  besonders
bei  warmer  Witterung,  des  Morgens,  die  Begattung  aber  häufiger  des
Abends  vor  sieh,  letztere  aber  erst  zwei  bis  drei  Tage  nach  der  Entwickelung ­
  aus  der  Puppe.
Den  zweiten  Tag  nach  der  Befruchtung  legt  Abends  das  Weibchen ­
  die  Eierchen  ab.
Beschreibung*.
Die  Eierchen  sind  länglich,  fast  walzig,  etwas  plattgedrückt,
blass  röthlichweiss,  dünnhäutig  glatt.
Die  Larven  fusslos,  walzenförmig,  fast  glasartig  durchsichtig
weiss,  mit  braunen  Rückenstreifen,  welche  Färbung  aber  nur
durch  die  im  Darmcanale  befindliche  Nahrung  entsteht;  vollkom-
            
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