Beiträge zur Naturgeschichte der Insecten.
27
Figur 9. Ein Fühler der Larve.
„ 10. Eine After-Seitenröhre.
„ 11. Durchschnitt eines angefressenen Schwammes.
Naturgeschichte, Beschreibung und Abbildung der Sciara fuscipes Meig.
Meig. Taf. I, pag. 280 — Nr. 5.
Ich erzog diese Fliegen schon mehrere Male und zu verschiedenen
Jahreszeiten aus Eiern, welche ich durch befruchtete Weibchen
im gesperrten Raume, in mit faulen Schwämmen gemengte
feuchte und feine Walderde ablegen Hess, und beobachtete auf diese
Art mehrfältig ihre vollkommene Lebensgeschichte.
Die Weibchen legen an schattigen Orten in mit faulen Schwämmen
oder sonstigen Vegetabilien gemengte Erde ihre Eierchen in
kurzen Schnüren zu sechs bis zehn, und im Ganzen fünfzig bis sechszig
an einem Orte ab.
Aus diesen entwickeln sich bei gewöhnlicher mittlerer Wärme von
12 bis IS Graden nach acht bis zehn Tagen, besonders bei feuchter
Witterung die Larven, häuten sich durch die verschiedenen Temperatur-Verhältnisse
im Freien, in sehr unregelmässiger Zeit, von sechs
bis zwanzig und mehr Tagen, dreimal, im gesperrten Raume aber
unter fast gleichmässiger Wärme, zwischen sechs und acht Tagen;
auch kommt nach ähnlicher Zeit aus der Puppe die Fliege zum Vorschein,
indem sich die Larve zur Verwandlung in die Puppe beinahe
an der Oberfläche der Erde vorher ein Tönnchen knetet, wo vor der
Entwickelung zur Fliege sich die Puppe zur Hälfte herauswindet.
Die Häutungen und Verwandlungen gehen meistens, besonders
bei warmer Witterung, des Morgens, die Begattung aber häufiger des
Abends vor sieh, letztere aber erst zwei bis drei Tage nach der Entwickelung
aus der Puppe.
Den zweiten Tag nach der Befruchtung legt Abends das Weibchen
die Eierchen ab.
Beschreibung*.
Die Eierchen sind länglich, fast walzig, etwas plattgedrückt,
blass röthlichweiss, dünnhäutig glatt.
Die Larven fusslos, walzenförmig, fast glasartig durchsichtig
weiss, mit braunen Rückenstreifen, welche Färbung aber nur
durch die im Darmcanale befindliche Nahrung entsteht; vollkom-