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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

der  Oberilächcnfarben  am  Murexid.  31S
Man  stelle  diejenige  Elasticitätsaxe  aufrecht,  zu  welcher  als
extraordinärer  Strahl  (1er  am  wenigsten  gebrochene  gehört.  Der
Krystall  ist  negativ,  repulsiv,  wie  Kalkspath  unter  den  einaxigen;  die
zwei  Grenzwerthe  unter  90°  gegen  einander  geneigt,  dem  ordinären
Strahl  des  Kalkspathes  analog  in  der  Richtung  der  Axe  polarisirt,
haben  nur  solche  Mittel-  oder  Übergangsglieder,  welche  sämmtlich
grösser  sind,  als  der  Werth  des  extraordinären  Strahles.
Man  stelle  diejenige  Elasticitätsaxe  aufrecht,  zu  welcher  als
extraordinärer  Strahl  der  am  stärksten  gebrochene  gehört.  Der
Krystall  ist  positiv,  attractiv,  wie  Quarz  unter  den  einaxigen;  zwischen
den  unter  90°  gegen  einander  geneigten  Richtungen  der  Grenzwerthe
finden  nur  solche,  analog  dem  ordinären  Strahl  des  Quarzes  in  der
Richtung  der  Axe  polarisirter  Übergangswerthe  Statt,  welche  kleiner ­
  sind  als  der  Grenzwerth  des  extraordinären  Strahles.
Wird  aber  diejenige  Elasticitäts-Axe  aufrecht  gestellt,  welcher
der  mittlere  Grenzwerth  entspricht,  so  wechseln  die  Übergangswerthe ­
  von  einem  grossem  ordinär  polarisirten  zu  einem  kleinern ­
  ordinär  polarisirten  bei  gleichbleibenden  extraordinär  polarisirten ­
  durch.  Wo  die  Gleichheit  der  Exponenten,  oder  eigentlich ­
  der  Geschwindigkeiten  der  ordinär  und  extraordinär  polarisirten ­
  Strahlen  eintritt,  liegt  eine  optische  Axe,  deren  es  daher
zwei  gibt.
Die  Erscheinung  der  Farbentöne  entspricht  der  hier  gegebenen
Darstellung,  ein  Ton  ist  rein,  der  andere  aus  den  zwei  übrigen
gemischt.  Selbst  wenn  einer  der  letzten  sehr  stark  absorbirt  wird,
so  muss  doch  die  Farbe  in  der  Richtung  der  Axe  in  hyperbolischen
Sectoren  erkennbar  bleiben,  weil  die  Geschwindigkeiten  der  um  die
Axen  in  allen  Azimuthen  herumliegend  polarisirten  Strahlen  vollkommen ­
  gleich  ist.  So  ist  es  heim  Andalusit,  beim  Cordierit,  beim  Axinit,
beim  Epidot,  beim  Glimmer  und  andern.
Diess  alles  für  die  Durchsichtigkeitsfarben.  Es  ist  bekannt,
beobachtet,  untersucht,  aber  nur  in  einigen  wenigen  Krystallspecies,
ja  nicht  einmal  in  diesen  vollständig  mit  Zahlen,  dann  selbst  von
keiner  der  genannten  sind  noch  die  drei  senkrecht  auf  einander  stellenden ­
  Grenzwerthe  der  Elasticität  gegen  das  Licht  gemessen,  und
auch  für  die  Winkel  der  Axen  und  andere  Eigenthümlichkeiten  liegen
keineswegs  viele  Reobachtungen  und  Angaben  vor.  Aber  für  diejenigen ­
  Krystalle,  welche  von  den  Körperfarben  verschiedene  Ober-■


            
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