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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

der  Oberflächenfarben  am  Murexid.

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Spectrums  zugeht.  Die  schmale  Fläche  oben  in  0,  eben  so  gefärbt,
zeigt  den  gleichen  Übergang  in  Weiss,  unten  in  E  erst  farblos,
nimmt  sie  erst  den  schönsten  tief-lasurblauen  Farbenton  an,  bevor
endlich  auch  die  weisse  Spiegelung  eintritt.
In  den  früheren  Beschreibungen  unterschied  ich  nicht  hinlänglich ­
  zwischen  den  verschiedenen  Oberflächen-Farbentönen,  je  nach
der  Stellung,  in  welcher  sie  untersucht  werden.  Doch  scheint  dieses
in  der  That  vorteilhaft,  um  die  complementären  Gegensätze  zwischen ­
  den  Oberflächenfarben  und  den  Körperfarben  desto  besser  hervorheben ­
  zu  können.  Die  ersteren  können  sich  übrigens  wie  dies
Hr.  Prof.  Stokes  in  einem  Briefe  an  mich  fordert,  und  wie  ich
auch  in  der  Mittheilung  über  den  Herapathit*)  nachwies,  nur  auf  die
dünnsten  Krystallblättchen  beziehen.  Der  in  Bezug  auf  Lichtintensität ­
  nur  wenig  wirksame  blaue  Farbenton  wird  freilich  von  dem  zurückgeworfenen ­
  weissen  Lichte  so  sehr  unterdrückt,  dass  man  ihn  nur
dann  wahrnimmt,  wenn  das  überflüssige  Licht  durch  irgend  ein  Mittel ­
  hinweggeschafft  werden  kann.  Dies  geschieht  freilich  unter  dem
Polarisationswinkel  hei  den  oben  erwähnten  Untersuchungen,  aber
es  ist  dann  doch  noch  nicht  vollständig  bewiesen,  wenn  auch  wahrscheinlich, ­
  dass  auch  bei  senkrechtem  Lichteinfall,  blaues  senkrecht
auf  die  Einfallsebene  polarisirtes  Licht  zurückgeworfen  werde.  Ich
zog  daher  vor,  den  oben  erwähnten  Ton  C  des  zurückgeworfenen
Lichtes  an  den  Murexidkrystallen  farblos  zu  nennen,  wenn  auch  ein
Blau  sehr  gut  dem  gelblichen  Ton  der  dünnsten  Blättchen  als  Complement
  entsprechen  würde.
Es  sind  hier  überall  nun  wirkliche  Oberflächen-  und  Körperfarben ­
  beachtet  worden.  Freilich  kommt  auch  öfters  gleichzeitig  mit
denselben  nach  einer  Mittheilung  von  Hrn.  Prof.  Stokes,  namentlich ­
  an  den  schönen  Doppelcyanüren  von  Platin  und  verschiedenen
Basen,  und  eben  auch  nach  den  Formen  orientirt,  die  so  merkwürdige ­
  Erscheinung  der  Fluorescenz  vor,  jenes  Selbstleuchten ­
  gewisser  Körper  in  den  verschieden  brechbaren  Strahlen  des
Prismas,  und  über  dasselbe  hinaus  in  Farben,  welchen  eine  geringere ­
  Brechbarkeit  zukommt,  als  die  des  Strahles  ist,  in  welchem
sie  aufleuchten.  Sie  zeigen  bisher  durchaus  keinen  Zusammenhang

*)  Sitzungsberichte  1853.  IW.  X.  S.  160.
            
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