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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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H  a  i  d  i  u  g  er.  Die  Austheilung

Oberflächenfarben;
a  Speisgelb  bis  goldgelb,
b  Pistazien-goldgrün,
c  Farblos,

Körperfarben:

a!  Violett.
b'  Dunkelblutroth.
d  Gelblicbweiss.

Man  sieht,  dass  die  Töne  sehr  schön  dem  früher  entwickelten<)
wenigstens  in  einer  gewissen  Weite  allgemeinen  Gesetze  sich  fügen,
dass  die  Farben  des  zurückgeworfenen  Lichtes  den  Farben  des
durcbgelassenen  complementär  sind.

2.  Farben  bei  wachsenden  Einfallswinkeln.

Man  untersucht  die  Zurückstrahlung  von  den  wie  immer  gestellten ­
  spiegelnden  Flächen,  von  dem  möglichst  kleinsten  Einfallswinkel
beginnend,  und  fortschreitend  bis  der  Einfallswinkel  nahe  90°  erreicht. ­
  Das  obere  ordinäre  Bild  der  dichroskopischen  Loupe  enthält
von  der  ersten  Lage  an  bis  zuletzt,  einen  einzigen  Farbenton,  dem
sich  nur  weisses  polarisirtes  Licht  in  immer  grösserer  Menge  beimischt, ­
  bis  zuletzt  nur  Weiss  übrig  ist.  Im  unteren,  extraordinären
Bilde  erscheinen  aber  fort  und  fort  andere  Farben,  und  zwar  stets  in
der  Farbenordnung  des  Spectrums,  von  Both  gegen  Violett  fortschreitend, ­
  wmbei  der  in  der  Lage  eben  sichtbare  Farbenton  den
Anfangspunct  bildet.
Die  Murexidkrystalle  in  der  Längenstellung  betrachtet,  sowohl
auf  der  breiten,  als  auf  den  schmalen  Flächen,  beginnen  im  extraordinären ­
  Bilde  bei  möglichst  senkrechtem  Lichteinfall  mit  dem  speisgelben, ­
  nahe  goldgelben  Ton,  dann  folgen  sich  die  Töne:  Pistazien-goldgrün, ­
  Grasgrün,  Spangrün,  Stahlgrün,  Stahlblau,  Spur  von  Violett,
Weiss  3 ).  Auf  der  breiten  Fläche  ist  das  obere  Bild  in  der  ersten
Lage  schon  pistazien-goldgrün,  aber  das  untere  nimmt  bald  den  ganz
gleichen  Farbenton  an,  und  bei  grösserer  Neigung  wird  das  erstere
nur  immer  lichter,  bis  es  unmittelbar  in  Weiss  übergebt.  Auf  der
schmalen  Fläche  ist  das  obere  Bild  unter  jeden  Einfallswinkel  farblos.
In  der  Querstellung  findet  Ähnliches  Statt.  Die  breite  Fläche,  deren
0  zwischen  spcisgelb  und  goldgelb  ist,  geht  für  dieses  bei  grossem
Einfallswinkeln  unmittelbar  in  Weiss  über,  während  E  ursprünglich
schon  pistazien-goldgrün,  dem  Weiss  durch  die  blaue  Seite  des
1 )  Über  den  Zusammenhang  der  Körperfarben  und  der  Oberflächenfarben.
Sitzungsberichte  1852.  VIII.  Bd.  S.  97.
i )  Vergl.  Sitzungsberichte  1.  c.  für  aufpolirte  Flächen.
            
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