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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Hai  ding  er.  Die  Austheilung

Diese  Bezeichnung  wird  nun  in  jeder  Beziehung  noch  trollender
weil,  wie  ich  noch  später  gerade  aus  der  Verkeilung  der  Farben
die  Fresnel’sche  Annahme  beweisen  konnte,  die  Schwingungen
des  Lichtäthers  in  der  Richtung  dieser  Axen  stattfinden  4 ).
Ein  zweiter  Farbenton  erscheint  rings  um  die  Linie  b,  senkrecht ­
  auf  dieselbe  polarisirt,  die  Farbe  der  Längsdiagonale  b,
ein  dritter  rundherum  senkrecht  auf  die  Linie  c  polarisirt,  die
Farbe  der  Querdiagonale  c.  Diese  drei  Töne  sind  die  eigentlichen ­
  Elemente  der  Farben  der  tricbromatischen  Krystalle.  Im
gewöhnlichen  Lichte  erscheinen  sie  mit  dem  jedesmal  senkrecht
darauf  polarisirten  Ton  gemengt,  und  bringen  gleichzeitig  die  eben
wahrnehmbare  Erscheinung  ins  Auge  hervor,  vorausgesetzt,  dass
nicht  bei  der  gerade  vorliegenden  Dicke  der  eine  Strahl  bereits
gänzlich  absorbirt  wäre,  wie  dies  beim  Andalusit,  Cordierit,  Herapathit,
  oxalsaurem  Platinoxydul,  und  anderen  der  Fall  ist.
Dass  bei  aufrechter  Stellung  irgend  einer  der  drei  senkrecht  auf
einander  stehenden  Elasticitäts-Axen  gerade  der  senkrecht  auf  diese
Axe  polarisirte,  also  der  extraordinär  gebrochene  Strahl  rundherum
constant  gefärbt  sei,  bezieht  diesen  auf  die  Gesammtwirkung  der
beiden  optischen  Axen,  die  sich  in  den  drei  Ebenen,  aber  in  jeder
anders  compensiren^  während  in  jeder  der  Richtungen,  welche  die
eben  aufrecht  stehende  Elasticitäts-Axe  einschliesst,  die  Färbung
verschieden  ist,  und  in  jedem  um  90°  verschiedenen  Azimuth  ein
anderes  Maximum  hat.  Es  gibt  zwar  für  jede  vertical  gestellte
Elasticitäts-Axe  einen  horizontal  polarisirten  extraordinären  Strahl,
aber  keinen  ordinären,  oder  es  gibt  drei  Grenzvverthe  der  Farben,
eben  so  wie  es  drei  Grenzwerthe  der  Brechbarkeit  gibt.
Ich  glaubte  die  vorhergehenden  Bemerkungen  nochmals  erörtern ­
  zu  sollen,  um  auf  die  Constanz  der  extraordinär  polarisirten
Farbe  rund  um  jede  Elasticitäts-Axe  herum  bei  durchfallendem  Liebte
aufmerksam  zu  machen.
Als  ich  zuerst  das  Murexid  in  Bezug  auf  die  Oberflächenfarbeu
untersuchte 2 ),  konnte  mir  die  Verschiedenheit,  welche  die  verschiedenen ­
  Flächen  der  feinen  spiessigen  Krystalle  zeigten,  nicht
i )  Sitzungsberichte  u.  s.  w.  1852.  VIII.  52.
a )  Über  das  Schillern  von  Krystallflächen.  Naturwissenschaftliche  Abhandlungen; ­
  gesammelt  und  durch  Subscription  herausgegeben  u.  s.  w.  I.  Bd.»
S.  143.  Wien  1847.  Poggendorffs  Annalen,  71.  Bd,  S.  321.
            
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