Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Zur  Anatomie  von  Saccobranchus  singio  C.  V.

303

Bauchhöhle  tritt,  und  zwei  Venen,  eine  sehr  feine  Arterie,  und
einen  nicht  unansehnlichen  Ausführungsgang  enthält.  Von  den  beiden
Venen  dringt  die  eine  in  das  Parenchym  der  Bauchleber  ein,  und  entleert ­
  sich  daselbst  in  einen  Ast  der  Vena  hepaticci.  Die  zweite
*
Vene  ist  eine  Vena  advehens,  und  verhält  sich  auf  beiden  Seiten
verschieden.  Rechterseits  ist  sie  eine  von  dem  vorderen  Abschnitte
des  Darmcanals  herkommende  Vena  mesenterica,  linkerseits  eine
mit  der  Milz  und  dem  hinteren  Tlieile  des  Darmcanals  in  Verbindung
stehende  Vena  splenica,  somit  beiderseits  eine  wahre  Pfortader.
Die  Arterien  kommen  aus  der  Coeliaca,  und  zwar  aus  einem  die
Cardia  des  Magens  umgreifenden  Bogenast  derselben;  und  da  nun
der  Ausführungsgang  als  letztes  Ingrediens  dieses  Stieles  in  den  Hals
der  Gallenblase  geht,  so  kann  es  keinem  Zweifel  unterliegen,  dass
das  drüsige  Organ  eine  Partielle  der  Leber,  ein  vollkommen  abgeschnürtes, ­
  und  aus  der  Bauchhöhle  des  Thieres  auf  den  Rücken
verwiesenes  Hepar  succenturiaturn  ist.  Hieraus  erklärt  sich  die
Kleinheit  der  eigentlichen  Bauchleber,  welche  aus  zwei,  an  ihren
vorderen  stumpfen,  und  hinteren  verlängerten  Enden  getrennten,
und  nur  in  der  Mitte  durch  eine  schmale  Commissur  vereinigten
Lappen  besteht,  an  der  unteren  Fläche  des  rechten  Lappens  eine
sehr  grosse,  lange,  ovale  Gallenblase  trägt,  deren  nach  links  gekehrter, ­
  sehr  kurzer,  und  mehr  einer  Einschnürung  gleichender  Hals  die
Gallengänge  der  eigentlichen  Leber,  und  der  beiden  Rückenlebern
aufnimmt,  und  sich  hierauf  zu  einem  Schlauch  (Ductus  choledochus)
erweitert,  dessen  Durchmesser  mehr  als  die  Hälfte  der  Gallenblase
beträgt,  und  dessen  wieder  auf  Fadendünne  eingeschnürtes  Ende
unter  der  Cardia  in  den  vorderen  Rand  des  Dünndarm-Anfanges  einmündet. ­

Der  rundliche,  sackförmige  Magen  lässt  aus  der  Mitte  seines
linken  Randes  ein  kurzes  und  weites  Pylorusrohr  hervorgehen,  an
welches  sich  mittelst  einer  kreisförmigen  Klappe  der  Anfang  des
Darmcanals  anschliesst.  Dieser  zieht  anfangs  unter  der  Cardia  von
links  nach  rechts,  und  krümmt  sich  dann  nach  hinten,  um  in  rnelii'cre
  Schlingen  gewunden,  und  mit  stets  abnehmender  Weite,  in  den
sehr  engen  Afterdam  überzugehen.  Das  Mesenterium  des  letzte-Ien
  haftet  nicht  an  der  Wirbelsäule,  sondern  am  seitlichen  Rande
der  rechten  Niere.  Die  unansehnliche  bohnenförmige  Milz  liegt
rechts  vom  Magen  an  der  Wurzel  des  Mesenteriums.

30*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.