Unger. Nachträgliches zur Kcnntniss der niedersten Algenformen. BOI
körniger Krystalloide oder amorpher Körner von lichtgelber bis
schwarzer Farbe aussprechen, eine Annahme, welche durch die Untersuchung
eines vierten dunkelblauen Geschiebes von ebendaher wahrscheinlich
gemacht wird, indem dasselbe eine kleine Partie derartiger
Körner sehen lässt, welche sehr blassgelb sind und ganz das
Aussehen feiner Quarzsandkörnchen haben. Da jedoch hier, wie in
dem vorhin erwähnten Stücke auch durch die Vereinigung mehrerer
traubige oder stalaktitische Gestalten entstehen (wenn man sich dieses
Ausdruckes bedient, um am besten das Gestaltsverhältniss auszudrücken),
so gebührt wohl der ersteren Annahme der Vorzug.
Vorträge.
Beiträge zur Kenntmss der niedersten Algenformen,
nebst Versuchen ihre Entstehung betreffend.
Von dem w. M. Prof. F. Unger.
(Auszug aus einer grösseren für die Denkschriften bestimmten Abhandlung.)
Durch längere Zeit fortgesetzte Untersuchungen über jene kleine
Pflanze (Protococcus minor. var. infusionum), welche in jedem
Wasser (Quell-, Fluss-, Brunnenwasser, ja selbst in destillirtem
Wasser) nach und nach besonders nach Einwirkung des Sonnenlichtes
zum Vorschein kommt, bewogen mich zur Entscheidung der
Frage, ob dieselbe von selbst entstehen könne oder nicht, folgende
Versuche anzustellen. Es wurden unter besonderen Vorsichtsmassregeln
Flaschen zur Hälfte mit Wasser gefüllt, die über demselben
befindliche atmosphärische Luft aber durch einen Apparat mit Schwefelsäure
von allen möglicher Weise in ihr vorhandenen organischen
Keimen gereiniget. Der eine Apparat blieb offen, der andere wurde
zugeschmolzen. Nirgends stellte sich selbst nach mehr als 2 Jahren
die besagte Pflanze ein, während in einer neben befindlichen mit Regenwasser
gefüllten und gut verstopften Flasche schon nach 11 Tagen
der bekannte grünliche Anflug von Protococcus zum Vorschein kam,
und nach einiger Zeit sich auch mehrere andere Algen einfanden.
Ich ziehe daraus den Schluss, dass die atmosphärische Luft
die Trägerin von unsichtbaren organischen Keimen mannigfaltiger
Art ist, und wo man es versteht, sie davon zu befreien ohne dass
Sitzb. <1. mathem.-naturw. CI. XI. Bd. II. Hft.
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