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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Die  ersten  Entwiclcelungsvorgänge  im  Thierei  und  Foetus.  279

die  in  12S  C  dargestellte  Figur  annehmen  muss.  Der  hintere  Theil
der  Mulde  m  (Fig.  12S)  gestaltet  sich  zu  der  Fossci  temporalis.
Erst  bei  der  weiteren  Ausbildung  ändert  sich  die  ursprüngliche  Form
der  Augenblase  und  macht  einer  mehr  rundlichen  oder  auch  einer  lang
gestreckten  elliptischen  Platz,  auch  greift  diese  Blase,  welche  sich
namentlich  bei  Vogel-Embryonen  bald  sehr  stark  vergrössert,  rasch  nach
hinten  über,  und  ein  in  einem  etwas  späteren  Entwickelungsstadio
geführter  Querschnitt  der  Augenblase  zeigt  eine  elliptische  Form.
Im  seitlichen  Aufrisse  ist  der  Augenblase,  die  in  Fig.  127  angegebene ­
  Stelle  anzuweisen.  Sie  liegt  eingeschlossen  in  der  gemeinschaftlichen ­
  Hirnblase  in  der  vorderen  Hälfte  derselben  und  deckt
einen  Theil  der  Seitenfläche  des  Vorderhirns.  Nach  Art  der  Keime
überhaupt  ist  sie  mit  einer  anfangs  dicken  Wand  versehen,  und  von
einem  Ringgefässe  umgeben,  das  später  in  das  Innere  der  Augenblase
Asteben  ahsendet.  Über  die  weitere  Entwickelung  wird  später  gesprochen ­
  werden.
Endlich  ist  noch  eines  andern  in  dieser  Periode  erst  hinzugekommenen ­
  Keimes  Erwähnung  zu  thun.  Es  ist  der  Keim  für  das
Kleinhirn.  Seine  Stelle  findet  er  in  dem  dreieckigen  Raume  zwischen
dem  Mittelhirne  und  dem  Nackenhöcker,  seine  Form  ist  diesem
Raume  zum  Theile  angepasst.  Von  der  Seite  gesehen,  erscheint  er
als  solider  rundlicher  Keim  zwischen  den  bezeichneten  Stellen  in  der
Fig.  131  K  dargestellten  Form;  von  rückwärts  betrachtet,  hat  er
eine  länglich-runde  Gestalt,  wie  er  in  der  Fig.  168  &  dargestellt
ist.  Noch  in  dieser  Entwickelungsperiode  beginnt  seine  Vergrösserung
  und  weitere  Metamorphose.  Die  beiden  entgegenstehenden
Keime  wachsen  allmählich,  genau  der  Form  des  Muldenraumes  sich
anpassend  gegen  die  Mittellinie  des  Foetus  hin,  an  der  sie  zuletzt,
"ie  die  Fig.  169  jRC  zeigt,  Zusammenflüssen.  Auch  in  seitlicher
Richtung  vergrössert  sich  jeder  Kleinhirnkeim  und  der  Form  und
Richtung  der  Hirnnackenmulde  folgend,  erhält  er  allmählich  die  in
Fig.  140  K  angegebene  Gestalt.
So  sind  die  ersten  Umrisse  der  Kopf-  und  Halstheile  vollendet.
Einige  Zeit  hindurch  tritt  ausser  einer  Vergrösserung  keine  merkliche ­
  Veränderung  ein;  es  sind  gleichsam  die  Umfangsmauern  aufgefülirt,
  und  die  Natur  ist  von  nun  an  geschäftig,  in  den  von  denselben
umschlossenen  Räumen  neue  Schöpfungen  hervorzurufen  und  die
Keime  der  inneren  Organe  anzulegen.
            
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