Die ersten Entwickelungsvorgänge im Thierei und Foetus. 277
Gefass zwischen der Nackenblase und der Kiefer-Halsblase in senkrecht
zur Hirnblase aufsteigender Richtung das um die Ohrblase einen
Kranz bildet (Fig. ISS), dann zwischen dem Vorder- und Mittelhirn
verläuft, und gegen den Scheitel hin, in viele Äste gespalten endet; es
ist die Arteria temporalis im oberen, die Carotis externa im unteren
Theile. Die fälschlich sogenannten Aortenbogen treten später mit
diesem Gefässe in Verbindung, und erscheinen dann nicht mehr als
Äste der Aorta, sondern als Äste dieses neuen Gefässes (der Art.
Carotis). Es erscheint ein Ast zwischen Hirnblase und Kiefergaumenkeim
(Fig. ISS) die spätere Art. maxillaris interna-, dann ein Ast
2 (Fig. ISS) am oberen und ein Ast 3 am unteren Rande des ersten
Kiemenbogens; sie bilden später Äste der Arteria maxill. externa
und zwar 2 als Mundschlagadern, 3 dagegen als Arteria submentalis,
und sind in der Entwickelungsgeschichte als 1. und 2. Aortenbogen
bekannt.
Der dritte sogenannte Aortenbogen, der zwischen dem zweiten
und dem 3. Kiemenbogen sich entwickelt, geht mit dem neugebildeten
Stämmchen der Art. carotis eine ähnliche Verbindung ein, während
seine Ursprungsstelle aus der Arteria aortci obliterirt. Es entstehen
sonach aus diesem 2. Aortenbogen wie es scheint, die Arteria lingualis,
deren Stamm in der Rinne zwischen dem 2. und 3. Kiemenbogen verläuft
(Fig. 155,4), bei der später eintretenden senkrechten Theilung
des 2. Kiemenbogens entsteht aus dem horizontalen Stamme der
Zungenarterie ein senkrecht aufsteigendes Zweigehen (155 c), welches
bald als Fortsetzung der Zungenarterie erscheint und zuletzt
die stärkere Blutwelle empfängt, so dass die horizontale Fortsetzung
der Zungenarterie zu einem kleinen horizontalen Ästchen , der Arteria
liyoidea zusammenschrumpft.
Der vierte sogenannte Aortenbogen (Fig. 155 c) verliert
gleichfalls seine Verbindung mit der eigentlichen Aorta, und erscheint
als ein Ast, der senkrecht an der Halsblasenmasse ansteigenden
Carotis. Er verläuft zwischen dem dritten und vierten Kiemenbogen. ,
und bildet ein bogenartig nach unten sich umbiegendes Gefäss (das
Überbleibsel des ehemaligen dritten Aortenbogens), das in die spätere
Arteria thyreoidea superior sich umzubilden scheint. Die
horizontale Fortsetzung des dritten Aortenbogens (Fig. 155, 5), die
zwischen dem dritten und vierten Kiemenbogen bis gegen den vorderen
Umfang desselben verläuft, wird aller Wahrscheinlichkeit nach