Die ersten Entwickelungsvorgänge im Thierei und Kudus. 275
diese Arterien und deren Entwickelung mehr übersichtlich zusammenstellen
will, wieder und ausführlicher darauf zurückzukommen.
Verfertiget man sich nun in dieser Entwickelungsperiode in der
Gegend derKiemenhogen Querschnitte durch den ganzen Foetus so ist
dieForm derselben noch eine sehr einfache. Ich habe sie in der 136.,
137., 143., 144. Figur wiederzugeben versucht. Man sieht in derselben
(die Figur ist fast in der Höhe des Herzens geschnitten) bei A
den Querschnitt des Rückenmarkes, dass sich daselbst zu einem
dünnhäutigen, von beiden Seiten etwas plattgedrückten Rohre erweitert.
Es ist dieser Tlieil des Rückenmarkes der Nackenhöcker oder
die künftige Medullci oblongata. Der ganze Durchschnitt hat eine
länglich-runde Form mit einer ungefähr der Mitte entsprechenden
queren Einschnürung; der Kiemenbogen ubm schliesst sich an das
Rückenmark in Gestalt eines gegen dasselbe leicht geöffneten Ringes
an, der eine der Dottersubstanz an Farbe ähnliche gelbe Masse enthält.
Die Entwickelungsweise ist folgende:
Die ganze Bildungsmasse, aus der alle Thcile des Halses und
des Gesichtes sich entwickeln, liegt als ein auf dem Querschnitte
rundlich gestalteter Keim an dem oberen Ende der Primitivrinne.
Aus dem Inhalte dieses grösseren gemeinschaftlichen Keimes entwickeln
sich wieder durch Quertheilung zwei neue, anfangs gleich
grosse, bald jedoch ungleiche Keime (Fig. 137) von denen der
vordere b der Keim für die sogenannten Kiemenhogen, der hintere
a der Keim für das Rückenmark und die Medulla oblongata ist.
Der Keim b zeichnet sich durch rascheres Wachsthum aus, und das
ganze Halsblastem erhält nun die Form (Fig. 138). In jedem dieser
Keime erfolgt nun in der bekannten Weise die Trennung von Peripherie
und Inhalt, welche Trennung theils durch die grössere Festigkeit,
theils durch die weissere Farbe der peripheren Lagen besonders
und zuerst hervortritt. Der Keim b (Fig. 137) nimmt dann zuerst
die Form (158) 6 5 an, indem er durch eine Längsfurchung in zwei
Theile zerfällt; es entsteht im Durchschnitte die Form 137, so dass
die Kiefer-Halsmasse von einer senkrechtstehenden Scheidewand in
der Richtung von vorn nach hinten durchzogen wird. Im Rückenmarksblasteme
ist eine ähnliche Bildung erfolgt, und diese erscheint
als ein nach hinten dünnwandiger, zu beiden Seiten und nach vorne
etwas dickwandigerer mit halbflüssiger Masse gefüllter Schlauch.
Zwischen den beiden Blastemen a und b befindet sich aber an jeder