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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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274  Engel.
Frage  über  die  Zahl  der  sog.  Kiemenspalten  und  Aortenbogen  betrifft,
so  liegt  die  Schwierigkeit  der  Beantwortung  in  dem  Umstande,  dass
die  Vermehrung  derselben,  durch  Spaltung  der  unteren  erfolgt,
und  daher  eben  die  unteren  Kiemenbogen  immer  kleiner  und  kleiner
werden,  wie  es  in  der  142.  Figur  dargestellt  ist,  und  endlich  wegen
ihrer  Kleinheit  der  Beobachtung  sich  gänzlich  entziehen.  Die  ganze
Frage  über  die  Zahl  der  Kiemenbogen  hat  übrigens  keine  besondere
Bedeutung,  denn  nur  der  erste  und  allenfalls  der  zweite  Visceralbogen
dienen  zur  Darstellung  wichtiger  Theile  des  Gesichtes  und  Halses;
alle  übrigen  Kiemenbogen  dagegen,  und  wäre  auch  deren  Zahl  nahe
an  zwanzig,  dienen  ohnedies  nur  zu  Herstellung  der  oberflächlichen
Gebilde  des  Halses  und  finden  in  den  Blastem-Entwickelungen  anderer
Organe  ihre  vielfachen  Analogien.
Ich  würde,  so  wie  ich  den  Ausdruck  „Fortsatz  des  ersten  Kiemenbogens“ ­
  in  Oberkiefergaumen-Keim  verwandelt  habe,  für  den  ersten
Visceralbogen  den  Namen  Unterkieferkeim  vorschlagen,  da  er,  wenn
auch  nicht  völlig,  doch  zum  grössten  Theile  die  künftige  Umstaltung
dieses  Keimes  ausdrückt:  dagegen  lässt  sich  eine  ähnliche  der  Bedeutung ­
  der  Theile  entsprechende  Nomenclatur  bei  den  übrigen
Kiemenbogen  aus  dem  Grunde  nicht  angeben,  weil  diese  Kiemenbogen ­
  keine  permanenten  Gebilde  sind,  sondern  einer  fortwährenden
Theilung  und  Vermehrung  unterliegen.
Was  nun  die  Bedeutung  der  sogenannten  Aortenbogen  betrifft*
so  muss  ich  leider  von  der  hergebrachten  Meinung  abweichen  der
zufolge  die  drei  ersten  der  sogenannten  Aortenbogen  sich  zur  bleibenden ­
  Aorta  und  Pulmonalarterie  umgestalten  sollten;  dazu  sind  sie
durch  ihre  Lage  durchaus  nicht  geeignet,  dann  auch  fällt  die  Entwickelung ­
  der  Keime  für  die  Gefässe,  aus  welchen  die  Aorta  und
Pulmonalarterie  entstehen,  mit  der  Entwickelung  anderer  Keime
zusammen,  von  denen  in  der  gegenwärtigen  Entwickelungsperiode
des  Foetus  eben  noch  keine  Bede  ist.  Die  sogenannten  Aortenbogen
entwickeln  sich  vielmehr  zu  jenen  arteriellen  Gefässen,  welche  im
Gesichte  oder  am  Halse  zu  beiden  Seiten  in  der  Richtung  von  hinten
nach  vorne  verlaufen  und  namentlich  zwischen  den  genannten  Theilen
die  aus  den  Kiemenbogen  entstehen,  ihre  bleibende  Lage  erhalten.
Diese  Gefässe  sind:  der  Hauptast  der  Arteria  maxillaris  interna,  die
Arteria  transversa  faciei,  die  Arteria  maxill.  externa  und  deren
Äste.  Es  sei  mir  erlaubt,  bei  einer  späteren  Gelegenheit,  bei  der  ich
            
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