Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Die  ersten  lintwickelungsVorgänge  im  Thierei  und  Foetus.

273

Blastemmassen,  und  der  Ausdruck  Kiemenbogen  ist  eben  so  wenig
geeignet,  ihre  Bestimmung  auszudrücken,  wie  jener  Visceralbogen.
Auf  einem  Quer-Durchschnitte  nach  der  Linie  ab  (Fig.  128)  haben
sie  die  in  136  und  137  dargestellte  Form  die  keine  ideale,  sondern
eine  von  mir  wirklich  präparirte  ist,  wie  es  überhaupt  keine  besondere ­
  Schwierigkeit  hat,  alle  diese  angegebenen  Formen  selbst  bei
4—S  Linien  langen,  frischen  Schaf-Embryonen  noch  zu  erkennen.
Die  zwischen  den  Kiemenbogen  verlaufenden  Vertiefungen  (fälschlich
Kiemenspalten  genannt)  von  denen  zwei  grössere  und  eine  unbestimmte
Zahl  kleinere  bestehen,  haben  nun  keine  andere  Bedeutung  als  die
der  gewöhnlichen  Keimmulden;  auch  sind  sie  nicht  leer,  sondern  mit
Iilastemmasse  fortwährend  gefüllt.
Nun  erst  wird  das  Verhältnis  zwischen  dem  ersten  Visceralbogen ­
  und  seinem  sogenannten  Fortsatze  klar.  So  lange  letzterer
noch  klein  ist,  scheint  er  vom  1.  Bogen  rechtwinkelig  nach  oben  zu
laufen  (Fig.  139):  dagegen  grösser  geworden,  und  mit  dem  eigentlichen ­
  Oberkieferblasteme  b  verbunden  (Fig.  131)  scheint  er  sich  allmälich
  umzulegen,  indem  nun  seine  lange  Axe  parallel  der  langen
Axe  des  Kiemenbogens  verläuft  (Fig.  140).
Indem  nun  bald  eine,  bald  die  andere  der  Begrenzungslinien  des
einen  oder  des  andern  Keimes  deutlicher  hervortritt,  nehmen  die  sogenannten ­
  Kiemenspalten  verschiedene  Formen  an.  So  zeigt  der  erste
Kiemenbogen  häufig  der  Fig.  141  a  gegebene  Gehalt,  deren  Bildung
aus  der  beigegebenen  schematischen  Form  ersichtlich  ist,  in  der  die,
wegen  ihrer  Zartheit  verschwindenden  Grenzlinien  der  einzelnen
Keime  als  punktirte  Linien  verzeichnet  sind.
In  den  muldenartigen  Räumen  nun,  welche  zwischen  den  der
Reihe  nach  sich  entwickelnden  Keimen  vorhanden  sind,  bilden  sich
nach  einem  bekannten  Gesetze  Blutcanäle,  die  unter  dem  Namen  der
Aortenbögen  von  jeher  die  Aufmerksamkeit  auf  sich  zogen.  So  wie
die  Entwickelung  der  Halskeime  von  oben  nach  unten  erfolgt,  dass
zuerst  zwei,  dann  3  Kiemenbogen  (davon  die  unteren  zwei  durch
Spaltung  der  ursprünglichen  zweiten  Visceralmasse)  dann  4  u.  s.  w.
(immer  wieder  durch  Spaltung  der  unteren  Visceralmassen)  sich
bilden,  in  derselben  Weise  erfolgt  die  Bildung  und  Vermehrung  der
Aortenbogen  von  oben  nach  unten,  und  es  lässt  sich  ebensowohl  aus
der  Zahl  der  sogenannten  Aortenbogen  auf  die  Zahl  der  zwischen
ihnen  laufenden  Keime,  als  auch  umgekehrt  schliessen.  Was  nun  die
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.