Die ersten lintwickelungsVorgänge im Thierei und Foetus.
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Blastemmassen, und der Ausdruck Kiemenbogen ist eben so wenig
geeignet, ihre Bestimmung auszudrücken, wie jener Visceralbogen.
Auf einem Quer-Durchschnitte nach der Linie ab (Fig. 128) haben
sie die in 136 und 137 dargestellte Form die keine ideale, sondern
eine von mir wirklich präparirte ist, wie es überhaupt keine besondere
Schwierigkeit hat, alle diese angegebenen Formen selbst bei
4—S Linien langen, frischen Schaf-Embryonen noch zu erkennen.
Die zwischen den Kiemenbogen verlaufenden Vertiefungen (fälschlich
Kiemenspalten genannt) von denen zwei grössere und eine unbestimmte
Zahl kleinere bestehen, haben nun keine andere Bedeutung als die
der gewöhnlichen Keimmulden; auch sind sie nicht leer, sondern mit
Iilastemmasse fortwährend gefüllt.
Nun erst wird das Verhältnis zwischen dem ersten Visceralbogen
und seinem sogenannten Fortsatze klar. So lange letzterer
noch klein ist, scheint er vom 1. Bogen rechtwinkelig nach oben zu
laufen (Fig. 139): dagegen grösser geworden, und mit dem eigentlichen
Oberkieferblasteme b verbunden (Fig. 131) scheint er sich allmälich
umzulegen, indem nun seine lange Axe parallel der langen
Axe des Kiemenbogens verläuft (Fig. 140).
Indem nun bald eine, bald die andere der Begrenzungslinien des
einen oder des andern Keimes deutlicher hervortritt, nehmen die sogenannten
Kiemenspalten verschiedene Formen an. So zeigt der erste
Kiemenbogen häufig der Fig. 141 a gegebene Gehalt, deren Bildung
aus der beigegebenen schematischen Form ersichtlich ist, in der die,
wegen ihrer Zartheit verschwindenden Grenzlinien der einzelnen
Keime als punktirte Linien verzeichnet sind.
In den muldenartigen Räumen nun, welche zwischen den der
Reihe nach sich entwickelnden Keimen vorhanden sind, bilden sich
nach einem bekannten Gesetze Blutcanäle, die unter dem Namen der
Aortenbögen von jeher die Aufmerksamkeit auf sich zogen. So wie
die Entwickelung der Halskeime von oben nach unten erfolgt, dass
zuerst zwei, dann 3 Kiemenbogen (davon die unteren zwei durch
Spaltung der ursprünglichen zweiten Visceralmasse) dann 4 u. s. w.
(immer wieder durch Spaltung der unteren Visceralmassen) sich
bilden, in derselben Weise erfolgt die Bildung und Vermehrung der
Aortenbogen von oben nach unten, und es lässt sich ebensowohl aus
der Zahl der sogenannten Aortenbogen auf die Zahl der zwischen
ihnen laufenden Keime, als auch umgekehrt schliessen. Was nun die