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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Hie  erslen  Entwickelungsvorgänge  im  Thierei  und  Ecetus.  271

machen;  später  ist  dieser  Zusatz  nicht  mehr  nothwendig,  die  Scheidung ­
  tritt  auch  für  das  unbewaffnete  Auge  schon  deutlich  hervor.
Sieht  man  nun  die  Hirnblase  von  der  Scheitelfläche  an,  so  bietet
sie  eine  längliche  Form  dar,  deren  beide  Pole  gewöhnlich  scharfe
Krümmungen  zeigen.  Bei  A  und  B  (Fig.  12b)  sieht  man  die
mittlerweile  wieder  gespaltenen  Vorder-  und  Mittelhirne,  in  der  Mulde
zwischen  beiden  Vorderhirnen  AA  erscheint  das  Zwischenhirn  C,  die
beiden  Räume  zur  Seite  des  Zwischenhirns  m  (Fig.  125)  dienen  erst
später  zur  Aufnahme  neuer  Keime;  in  ihnen  entstehen,  wie  weiter
unten  gezeigt  werden  soll,  die  Augenblasen  und  die  Keime  für  die
Muskel  des  Kau-Apparates.
Durcli  die  Entwickelung  des  Zwischenhirnes,  wird  die  Hirnblase
noch  mehr  in  der  Richtung  von  vorn  nach  hinten  verlängert,  die
Nackenbeuge  tritt  dadurch  um  so  deutlicher  hervor.
Während  die  Bildung  dieser  grossen  Hirnabtheilungen  erfolgt
ist,  hat  eine  nicht  minder  wichtige  und  interessante  Bildung  in  dem
Nackenblasenblasteme  stattgefunden.  Auch  dieses  Blastem  hat  sich
durch  Quertheilung  in  zwei  Kugelmassen  gestaltet  (Fig,  126  BÄ),
ein  Process,  der  seines  raschen  Vorübergehens  wegen  und  zufolge
der  grossen  Schwierigkeit  vom  Fcetus  eine  seitliche  Ansicht  zu
erhalten,  nur  äusserst  schwer  direct  beobachtet  werden  kann,  aber
durch  seine  Folgen  so  klar  am  Tage  liegt,  dass  eine  andere  Deutung
nicht  möglich  ist.  Von  diesen  beiden  aus  der  sogenannten  Nackenblase ­
  hervorgegangenen  Blasteme  soll  das  vordere  A  mit  dem  Namen
Kiefer-Halsblastem  (später  Keim)  bezeichnet  werden,  für  das  hinter
diesem  liegende  Blastem  B  werde  ich  den  bisher  gebräuchlichen
Namen  Nackenhöcker  beibehalten.
Das  Kieferhalsblastem  ist  tief  in  die  Primitivrinne  zwischen  die
beiden  Leibesblasen  eingesenkt  und  liegt  unmittelbar  unter  und  über
dem  Herzen  mit  dem  es,  wie  weiter  unten  erörtert  werden  soll,
durch  mehrere  kurze  Gefässe  zusammenhängt.  Es  ist  bestimmt  alle
vom  Oberkiefer  abwärts  bis  zur  Brust  liegenden  Theile  zu  bilden,
was  wieder  nur  auf  dem  Wege  einer  fortgesetzten  Theilung
geschieht.
Zu  den  eben  betrachteten  Blastemen  treten  bald  wieder  neue
hinzu,  die  in  den  zwischen  den  kngelichen  Massen  gebildeten  Räumen
ihren  Platz  erhalten.  Zuerst  entwickelt  sich  nämlich  in  der  oberen
Mulde  a  (Fig.  127)  zwischen  Nackenhöcker  und  Kiefer-Halsblastem
18  *
            
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