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Kenngott.
Die sorgfältige Untersuchung aller in den Sammlungen des k. k.
Hof-Mineralien-Cabinetes befindlichen Exemplare des Flussspathes
yeranlasste mich diePhosphorescenz des Flussspathes vielfach zu beobachten.
Sie wurde fast an allen zu diesem Zwecke beobachteten Exemplaren
in mehr oder minderem Grade mit verschiedenen Farben des
Lichtes wahrgenommen. Dass hierbei die Farbe des Flussspathes mit der
Farbe des phosphorischen Lichtscheines in gar keinem Verhältnisse
stehe, stellte sich mit vollkommener Sicherheit heraus, wie auch bereits
schon Herr Sack (Jahresbericht des naturwissenschaftlichen Vereines
in Halle, Jahrgang 1851, S. 12) durch Versuche an einer Reihe
von Flussspathen verschiedener Farben und verschiedener Fundorte
gezeigt hatte, die Phosphorescenz selbst aber hängt in so weit mit
der Farbe des Flussspathes zusammen, dass sie mit dieser durch anhaltendes
Glühen verloren geht. Einen Einwurf dagegen könnte die
Beobachtung veranlassen, dass selbst farblose Flussspathe phosphoresciren,
wenn auch, gemäss der gemachten Beobachtungen nur
schwach; derselbe wird aber dadurch entkräftet, dass auch farblose
Flussspathe Vorkommen, an denen man stellenweise durch den Contact
mit anderen Mineralien eine Farbe hervorgerufen sieht, woraus
man schliessen kann, dass selbst in farblosen Flussspathen die Elemente
verborgen liegen können, welche die Färbung bedingen und
darum diePhosphorescenz als im Zusammenhänge mit den verborgenliegenden
Elementen der Farbe an ihnen beobachtet werden könne.
Von grösserer Wichtigkeit gegen diesen Zusammenhang wäre die
Beobachtung, dass Flussspathe, welche durch anhaltendes Glühen
aufgehört haben zu phosphoresciren, später wieder Phosphorescenz
zeigen, was ich einigemale zu beobachten Gelegenheit hatte,' doch
auch selbst da würde man noch die obige Behauptung aufrecht erhalten
können, wenn man annimmt, dass der beobachtete Glühverlust
nur auf einen Theil des versteckten Farbenprincipes zu beziehen ist.
Man kann auch mit dem muthmasslichen Zusammenhänge der
Farben und der Phosphorescenz die Art der Erscheinung des phosphorischen
Lichtes in Verbindung bringen, welche wohl darauf hinweisen
könnte, dass irgend ein Stoff durch die Wärme aus dem Flussspathe
entfernt wird, indem nicht der Flussspath als solcher leuchtend
wird, sondern derselbe sich mit einer leuchtenden Hülle umgibt.
Eine solche könnte zwar auch dadurch erklärt werden, dass die
Phosphorescenz im Contacte mit der atmosphärischen Luft erzeugt,
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